„Wir brauchen umgehend eine andere Lösung“
Die problematische Vorrangänderung in Thaur müsse sofort aufgehoben werden, fordert GR Johann Grassmair. BM Walser will die laufende Testphase abwarten.
Thaur –Die testweise Neuregelung des Verkehrs in Thaur sorgt weiter für hitzige Diskussionen: Wie berichtet, wurden mit Anfang Juli neue Einbahnregelungen am Auweg und Lorettoweg eingeführt – und zugleich die Dörferstraße im Kreuzungsbereich mit Bauerngasse und Lorettoweg mittels Stopptafeln abgewertet.
Genau diese Änderung der Vorrangregelung müsse sofort wieder aufgehoben werden, fordert GR Johann Grassmair von der Liste „DU-zählst.at“. Er selbst habe als „Vielfahrer“ in den vergangenen Tagen immer wieder „brandgefährliche“ Situationen miterlebt, schildert Grassmair – auch weil die Kreuzung zwischen Dörferstraße und Bauerngasse so schwer einsehbar sei. Neben dem schweren Unfall mit einer Radfahrerin am 9. Juli habe er auch von bis zu einem halben Dutzend Blechschäden gehört. Für Grassmair braucht es „sofort eine andere Lösung, da müssen die Verkehrsexperten ran. Wir können keinesfalls warten, bis die Schule beginnt.“ Er verstehe die Argumente der Befürworter, „aber das kann nicht auf Kosten von Leib und Leben gehen“. Nun müsse man „die Größe haben, Fehler zu korrigieren“. Genau wie GV Joe Bertsch (Grüne) schlägt Grassmair vor, die beiden neuen Einbahnen umzudrehen, so dass man über den Lorettoweg hinauf und über den Auweg aus dem Dorf hinaus fahren würde. Diese Variante sei zu wenig debattiert worden, die Einführung der Testphase generell zu schnell erfolgt, kritisiert er.
„Wir diskutieren die Einbahnregelung bereits seit Jahren“, weist BM Christoph Walser (Einheitsliste) diesen Vorwurf zurück. „Die neuen Einbahnen funktionieren gut, das haben mir die Anrainer gerade wieder bestätigt. Und dass die Kreuzung problematisch ist, wissen wir auch ohne Herrn Grassmair.“ Genau deshalb habe man im Gemeinderat ja diese dreimonatige Testphase beschlossen: „Die ziehen wir durch, danach entscheiden wir.“ Die Einbahnen einfach umzudrehen, komme aus mehreren Gründen nicht in Frage – u. a. weil ein alteingesessener Landwirt am Auweg dann mit dem Sattel-Lkw nicht mehr richtig zufahren könne und dessen Betrieb „massiv gestört“ würde. (md)