Segeln: Olympia-Bronzene Frank hat sich an neue Parameter gewöhnt
Kiel (APA) - Erstmals seit dem Olympia-Bronzemedaillengewinn bei den Sommerspielen im August 2016 vor Rio de Janeiro segelt Tanja Frank wied...
Kiel (APA) - Erstmals seit dem Olympia-Bronzemedaillengewinn bei den Sommerspielen im August 2016 vor Rio de Janeiro segelt Tanja Frank wieder in einem Medaillenbewerb. In ihrer neuen Bootsklasse 49er FX und mit der neuen Partnerin Lorena Abicht hofft die Wienerin auf den Einzug in die Goldflotte der Kieler-EM. Es folgen im August noch das ISAF-Testevent vor Aarhus und die WM vor Porto.
Das neu formierte Duo hat heuer bereits einige Regatten hinter sich, beim Weltcup im Jänner vor Miami schaute mit Platz zehn ein vielversprechendes Regattadebüt heraus. Im April vor Hyeres wurde es der 16. Rang, im Juni vor Santander der 13. Bei der Kieler Woche klemmte sich Frank bei einem Sturz den Fuß ein und überdehnte sich die Bänder, sie mussten die Regatta abbrechen. „Ich spüre ihn manchmal bei viel Belastung, der Fuß sollte während des Segelns aber kein Problem sein“, gab die 24-Jährige im Gespräch mit der APA - Austria Presse Agentur vor den Kontinentaltitelkämpfen Entwarnung.
In Kiel geht es auch im 49er und Nacra 17 um EM-Medaillen, womit Frank auch auf ihren langjährigen Bootskollegen Thomas Zajac treffen wird. Der blieb dem Nacra 17 treu und hat mit Barbara Matz eine neue Vorschoterin gefunden. Frank indes hat die Entscheidung, von der Vorschot ans Steuer zu wechseln, nicht bereut. „Es war am Anfang schwierig, weil ich auf dieser Position zuvor das letzte Mal 2012 war und es komplett andere Dinge sind, die ich machen muss. Aber es ist alles, wie ich es mir gewünscht habe.“
Auch die Konstellation mit einer zweiten Frau an Bord klappt bestens. „Ich kenne Leni so lange, wir sind Sandkistenfreundinnen. Unsere Eltern sind zusammen zur Schule gegangen. Wir haben den Kontakt immer gehalten, in den Sommerferien waren wir am Neusiedler See, im Herbst in Hamburg oder im Winter gemeinsam Skifahren.“ Als sie sich dann voriges Jahr am Neusiedler See trafen, fragte Frank ihre Freundin einfach, ob sie Lust hätte. „Sie hat nicht lange gezögert, ihre Studiumspläne erst einmal verworfen und war Feuer und Flamme.“ Die Segelerfahrungen der 23-Jährigen beliefen sich auf den Optimist und den 470er. Mittlerweile ist sie aus Berlin nach Wien übersiedelt. Trainiert wird im Universitätssportzentrum auf der Schmelz und im Bundesleistungszentrum in Neusiedl.
Auch mit dem neuen Boot - der Nacra 17 ist ein Katamaran, der 49er FX eine Skiff-Jolle - kommt Frank schon gut zurecht. „Ich musste mich erst daran gewöhnen, dass es umfällt, wenn du es ins Wasser stellst. Da musst du auf Zack sein, kannst dich nicht ausruhen, mal hinsetzen oder eine Pause machen. Das war am Anfang ein Wahnsinn, du musst den Körper immer unter Spannung halten.“
Im Team Frank/Abicht ist man „ganz happy“, wie die Saison bis jetzt verlaufen ist. „Der Fortschritt ist da, ein bisserl Zeit brauchen wir aber noch. Wir brauchen die Erfahrung von Wettfahrten, deshalb segeln wir viele Regatten. Das Training ist das eine, aber es geht auch darum, das ins Rennen umzusetzen und das Feeling dafür zu bekommen. Das ist das Wichtigste für die EM.“ Dort wollen sie den Cut für die Goldflotte schaffen. „Dass wir mitfahren können, haben wir ja bereits gezeigt.“ Sonntag geht es los mit der Qualifikation, ab Mittwoch wird das Feld in Gold- und Silberflotte geteilt, die Medaillen werden Freitag vergeben.
Gleich danach steht in Aarhus das Testevent der olympischen Bootsklassen an (6. bis 13.), 2018 werden dort bei den ISAF-Weltmeisterschaften die ersten Nationentickets für die Sommerspiele 2020 in Tokio vergeben. Anschließend folgt noch die WM in Matosinhos/Porto und im Oktober die erste Reise ins japanische Olympiarevier.