Stripsenalm auf Hochglanz gebracht
Zehn Freiwillige arbeiten derzeit auf der Umweltbaustelle des Alpenvereins im Kaisergebirge. Eine Fläche von ca. fünf Hektar wird geschwendet, um sie unter anderem als Futterfläche für das Wild zu erhalten.
Von Michael Mader
Kufstein –Rund 40 Jahre lang wurde das Gebiet der Stripsenalm im Naturschutzgebiet Kaisergebirge nicht mehr bewirtschaftet. Eine Lawine hatte damals das Almgebäude zerstört, von dem jetzt nur noch die Grundmauern übrig sind.
Die steilen Flächen wurden im Laufe der Zeit von Büschen überwuchert, teilweise ist die Humusschicht aber auch ganz abgerutscht. Vermutlich wäre die Stripsenalm längst zugewachsen, wenn die Wiese nicht immer wieder freigemäht worden wäre.
Derzeit werden fünf Hektar der etwa 8,5 Hektar großen Almfläche von zehn Freiwilligen aus Österreich, Deutschland, England und dem Irak unter der Anleitung der beiden Schutzgebietsbetreuer Nicole Schreyer und Philipp Larch von Weiden, Buchen und kleinen Fichten befreit. Mit Astscheren, Sägen und Sicheln geht es jeden Tag vom Stripsenjoch eine gute halbe Stunde zur Umweltbaustelle.
Aber auch Versuche zur Sanierung von Geländeabrissen werden durchgeführt. Möglich gemacht hat den ehrenamtlichen Einsatz der Alpenverein, der momentan in Österreich 40 so genannte Umweltbaustellen betreut. Das Konzept sieht vor, dass junge Leute zwischen 16 und 30 Jahren eine Woche lang unentgeltlich arbeiten, um einen konstruktiven Beitrag zu leisten.
Mit dabei sind beim Projekt Stripsenalm unter anderem Anna Schliesselberger und Mona Breuss, die bei der Alpenvereinsjugend auch gleichzeitig ein Pressepraktikum absolvieren. „Erstens ist es eine gute Möglichkeit, dass man von Österreich etwas sieht und zweitens ist man mit Experten unterwegs und kann der Natur auch wieder etwas zurückgeben“, erzählt Breuss, die aus der Steiermark kommt und unbedingt nach Tirol wollte.
Der Grundgedanke für das so genannte Schwenden der Almfläche kam laut Stadtförster Markus Oberbichler von Seiten der Jagd: „Die wollen die Alm als Äsungsfläche für das Wild erhalten.“ Ein Erhalt der Almflächen mit ihrem artenreichen Magerrasen bzw. als Kulturlandschaft ist aber auch im Sinne der Grundbesitzerin, der Stadtgemeinde Kufstein, und der Bewirtschafterin, den Stadtwerken Kufstein. „Wir haben uns vorgenommen, die Stripsenalm nachhaltig zu bewirtschaften“, bekräftigt auch Stadtwerke-Geschäftsführer Markus Atzl. Eine Win-win-Situation für Forst, Jagd und Naturschutz, sind sich Oberbichler und Atzl einig. Verpachtet ist die Jagd seit den 30er-Jahren an die Unternehmerfamilie Henkel.
Finanziert wird das Projekt vom Land Tirol, dem Alpenverein und den Stadtwerken. Die Kosten sind laut Schreyer allerdings recht überschaubar: „Für die Übernachtungen, die Verpflegung und das Material fallen in etwa 3000 bis 4000 Euro an.“
Wer nächstes Jahr mit dabei sein will, kann sich über die Alpenvereinswebseite unter www.alpenverein.at anmelden.