Jagd auf Bärin im Trentino: Förster haben Fallen aufgestellt
Wenn die Bärin eingefangen ist, soll sie gechipt und mit einem Halsband versehen werden, damit sie künftig besser kontrolliert werden kann.
Rom – Die Trentiner Förster haben drei Fallen aufgestellt, um jene Braunbärin einzufangen, die am Samstag einen 70-jährigen Pensionisten angegriffen hat. Die Fallen wurden unweit des Orts aufgestellt, an dem der Mann verletzt wurde.
Sollte das Tier eingefangen werden, soll es narkotisiert werden, damit ihm ein Mikrochip implantiert werden kann. Ihm soll auch ein elektronisches Halsband umgehängt werden, damit die Braunbärin kontrolliert werden könne, berichteten die Trentiner Förser. Auch eine Blutentnahme ist geplant. Die Behörden im Trentino hatten nach dem Angriff auf den Pensionisten den Fang und die Verlegung der Bärin in ein anderes Gebiet beschlossen.
Entschädigung nach Bärattacken gefordert
Der Fall beschäftigt jetzt auch das Parlament in Rom. Der Trentiner Senator Sergio Divina forderte Umweltminister Gian Luca Galletti auf, eine Entschädigung für Personen zu genehmigen, die von Bären verletzt wurden. Die autonome Provinz Trient sollte außerdem laut Divina die Genehmigung erhalten, eine Höchstzahl von Bären festzusetzen. Es sei offenkundig, dass das vor Jahren initiierte Projekt „Life Ursus“ zum Bärenschutz im Alpenraum „außer Kontrolle“ geraten sei, sagte der Senator.
Die Braunbären im Trentino vermehren sich und haben in den vergangenen Monaten mehrere Tiere gerissen. Die autonome Provinz Trient forderte mehr Freiheit bei Fang und Tötung gefährlicher Exemplare. Der bei Terlago von der Bärin angegriffene Pensionist befindet sich noch immer im Krankenhaus. Er sei auf dem Weg der Besserung, berichteten lokale Medien. (APA)