Pierer hält an SHW-Übernahmepreis fest und verweist auf Dieselskandal
Wien/Wels (APA) - Die oberösterreichische Pierer Industrie AG (PIAG) hält bei ihren Takeover-Plänen für den deutschen Autozulieferer SHW an ...
Wien/Wels (APA) - Die oberösterreichische Pierer Industrie AG (PIAG) hält bei ihren Takeover-Plänen für den deutschen Autozulieferer SHW an dem von ihr offerierten Übernahmepreis von 35 Euro je SHW-Aktie fest und denkt nicht ans Aufbessern. Der Angebotspreis liege am oberen Ende der Analystenschätzungen, so die PIAG am Mittwoch. Zudem belaste der Dieselskandal die Autozulieferindustrie zunehmend, heißt es.
Das Dieselskandal-Argument hält die PIAG des Industriellen Stefan Pierer der deutschen SHW entgegen, nachdem diese zuletzt das Angebot aus OÖ unter anderem deshalb als finanziell unangemessen bezeichnet hat, weil SHW die Weichen für einen „erheblichen Umsatz- und Ertragsschub ab 2018“ sowie eine Verbesserung der operativen Exzellenz gestellt habe.
Nun weist die PIAG die SHW darauf hin, dass die „Auswirkungen des Dieselskandals für die Autobranche und deren Zulieferer noch immer nicht im vollen Ausmaß abschätzbar“ seien. Davon könne auch die SHW mit der Volkswagen-Gruppe als größtem Kunden betroffen werden, heißt es in einer PIAG-Aussendung. Der Anteil an Dieselkomponenten bei SHW liege in etwa bei 25 Prozent. Und: „Die in den nächsten Jahren auf die Zulieferbranche zukommende Bewältigung der Dieselkrise wird auch für SHW kostenintensiv und herausfordernd sein.“
„Trotz dieser geänderten Ausgangssituation“ halte die Pierer Industrie AG am Angebotspreis von 35 Euro je Aktie fest. Der offerierte Preis liege nicht nur etwa 10 Prozent über dem Börsenkurs-Schnitt der letzten Monate vor Bekanntgabe der Angebotsabsicht, sondern auch am oberen Preisende der Bewertungen durch Finanzanalysten, die am Montag in der gemeinsamen Stellungnahme von Vorstand und Aufsichtsrat der SHW veröffentlicht worden seien. Diese Bewertungen von 28 bis 35 Euro je Aktie seien „vor der aktuellen weiteren Eskalation des Dieselskandals abgegeben“ worden.
Um die Potenziale und Synergien zu erarbeiten, plane PIAG den positiven Dialog mit Vorstand und Aufsichtsrat von SHW.
Die angestrebte SHW-Übernahme durch Pierer war heuer im ersten Halbjahr nach Angaben des Beraters EY mit 234 Mio. Euro Volumen der zweitgrößte bekannte M&A-Deal in Österreich, nach dem milliardenschweren OMV-Einstieg bei einem sibirischen Gasfeld.
Die Pierer-Konzerngruppe ist im Fahrzeuggeschäft (u.a. Motorräder) sowie im automotiven High-Tech-Komponentenbereich tätig und zählt bei über 1,5 Mrd. Euro Umsatz mehr als 5.200 Mitarbeiter.
SHW setzte mit Bremsscheiben, Pumpen und Motorkomponenten 2016 als börsennotierter Konzern mit über 1.250 Mitarbeitern 406 Mio. Euro um.