Prozess gegen mutmaßlichen IRA-Attentäter in Deutschland gestartet
Osnabrück (APA/dpa) - In Deutschland hat am Mittwoch ein Prozess wegen versuchten Mordes gegen einen mutmaßlichen Attentäter der Irisch-Repu...
Osnabrück (APA/dpa) - In Deutschland hat am Mittwoch ein Prozess wegen versuchten Mordes gegen einen mutmaßlichen Attentäter der Irisch-Republikanischen Armee (IRA) begonnen.
Dem 48-Jährigen aus der nordirischen Hauptstadt Belfast wird vorgeworfen, Ende Juni 1996 an einem Mörser-Attentat auf die damalige britische Kaserne „Quebec Barracks“ im nordrhein-westfälischen Osnabrück beteiligt gewesen zu sein.
Der Mann wurde im Dezember nach der Überstellung durch irische Behörden am Frankfurter Flughafen festgenommen. Bei dem Attentat kamen keine Menschen zu Schaden, es entstand aber erheblicher Sachschaden.
An dem Anschlag sollen vier weitere Personen beteiligt gewesen sein. Im Jahr 2003 wurde einer der Täter wegen versuchten Mordes vom Oberlandesgericht Celle verurteilt.
Die IRA hat in Nordirland jahrzehntelang für die pro-irischen Katholiken gegen protestantische, pro-britische Loyalisten gekämpft und dabei auch zahlreiche Anschläge begangen. Im Kern ging es ihr darum, den zu Großbritannien gehörenden Nordteil Irlands wieder mit der Republik im Süden zu vereinigen. Zwischen 1969 und 2001 starben mehr als 3.600 Menschen.
Nach Jahrzehnten des Bürgerkriegs wurde 1998 mit dem sogenannten Karfreitagsabkommen offiziell Frieden geschaffen. Die pro-irische IRA und pro-britische Loyalisten legten in der Folge ihre Waffen nieder.