Linzer Westring: Neuerlich Einspruch der Autobahn-Gegner
Linz (APA) - Gegen den Bau der Westring-Autobahn (A26) in Linz gibt es erneut Einspruch. Nach dem Lebensraum von Wanderfalken sehen die Gegn...
Linz (APA) - Gegen den Bau der Westring-Autobahn (A26) in Linz gibt es erneut Einspruch. Nach dem Lebensraum von Wanderfalken sehen die Gegner nun den eines Bibers gefährdet. Außerdem wird ein Entsorgungskonzept für die Straße gefordert, wenn sie einst nicht mehr gebraucht werden sollte. Das berichteten die Oberösterreichischen Nachrichten (Mittwoch-Ausgabe).
Die Planungen für eine Verkehrslösung für den Westen von Linz laufen schon seit Jahrzehnten. Doch immer wieder gab es Verzögerungen durch Einsprüche von Gegnern in den Verfahren und durch Finanzierungsprobleme. Der Letztstand ist ein Autobahn-Projekt mit einem Tunnel durch den Freinberg und einer anschließenden Brücke über die Donau. 2009 war ein Baubeginn vorgesehen, dafür wurden auch bereits Häuser entlang der Trasse abgelöst. Der Baustart verschob sich aber auf 2014. Dann gab es 2015 eine Spatenstich-Feier, aber auch weitere Einsprüche. So wurde als neuer Termin für den Beginn 2017 ins Auge gefasst, inzwischen ist die Rede von 2018.
Kurz vor dem 14. Juli, dem Ende der Frist am Bundesverwaltungsgericht (BVwG) um neue Gutachten einzubringen, brachten Gegner nochmals mehrere Stellungnahmen ein. Sie sorgen sich unter anderem um den Lebensraum eines Bibers. Ein vierseitiges - von der Asfinag als „schon äußerst kompakt“ eingestuftes - Gutachten beschäftigt sich mit einem Nager, der dort gesichtet worden sei, wo sich künftig das Tunnelportal befinden soll. Zuvor war gegen die Autobahn argumentiert worden, sie würde Nistplätze von bedrohten Wanderfalken zerstören. Die Asfinag musste deshalb Ersatz-Brutplätze im Donautal errichten - aus der Sicht der Gegner ein untaugliches Mittel. Die Vögel nisteten aber tatsächlich in einer der künstlichen Nischen.
Außerdem wird in einer Stellungnahme von der Asfinag ein Nachsorgekonzept für den Westring gefordert. Darin soll die Frage geklärt werden, was mit der Straße passiert, wenn sie einmal nicht mehr gebraucht werden sollte. In der Rechtsabteilung der Asfinag diskutieren laut Zeitung die Juristen, ob man ein solches Konzept nun tatsächlich erarbeiten soll. Ob das Höchstgericht in Wien den neuen Einwänden der Gegner Gehör schenken wird, ist noch ungewiss.