Ritterspiele-Vorbereitungen: Wind und Regen wird eisern getrotzt
Die Vorbereitungen für die Ritterspiele in der Ehrenberger Klause laufen auf Hochtouren. Die tagelangen Starkregenfälle haben nicht nur dem Festgelände zugesetzt. Auch die Arbeiter sind völlig durchnässt.
Von Simone Tschol
Reutte –„Ich brauche noch eine Plane. Schnell! Bringt mir eine Plane!“ Werner Entstrasser, Hausmeister der Burgenwelt Ehrenberg, ist die Anspannung förmlich ins Gesicht geschrieben. Seit Montag schüttet es über dem Außerfern wie aus Kübeln. An eine Wetterschicht ist für ihn und seine unzähligen Helfer aber nicht ansatzweise zu denken. Am Freitag um 10 Uhr werden in der Ehrenberger Klause die Ritterspiele eröffnet – komme, was wolle.
„So ein schlechtes Wetter hatten wir beim Aufbau noch gar nie“, meint Entstrasser, „es hört gar nicht mehr auf zu regnen. Ich habe schon kein trockenes Paar Schuhe mehr zuhause.“ Aber er bleibt eisern. Neben allen auch sonst üblichen Arbeiten, wie beispielsweise der Sicherstellung der Stromversorgung auf dem Festgelände, geht es heuer vor allem um eins: „Wir müssen schauen, dass wir alles dicht bekommen.“
Im gleichen Moment dringt Regenwasser durch das Vordach des improvisierten Gastronomiebereichs, an dem Entstrasser und seine Helfer gerade arbeiten. „Das gibt es doch nicht. Da habe ich vor fünf Minuten eine Plane draufgemacht“, kommentiert er kopfschüttelnd die Situation.
Zur gleichen Zeit trifft Burgenwelt-Geschäftsführer Armin Walch ein. Anerkennend schaut er den Arbeitern zu. „Die Bedingungen sind heuer schon hart. Es ist nass, kalt und windig. Ein Wahnsinn“, findet der „Burgherr“ klare Worte.
Aber die Wettervorhersagen fürs Wochenende seien besser, meint Walch, auch wenn alle von ihm verfolgten Wetterberichte unterschiedliche Prognosen abgeben. Sein Optimismus ist ungebrochen: „Das Wetter wird gut. Der Wettergott kann uns doch nicht so bestrafen. Das Fest wird so oder so stattfinden. Es gibt ja keinen Plan B.“
Richtig chaotisch wird es heute Donnerstag. Davon geht zumindest Werner Entstrasser aus: „Dann reisen all jene an, die hinten im Lager ihre Zelte aufschlagen. Die ganz Hartgesottenen wohnen ja schon seit Montag dort.“
Auch Tuchhändler Martin ist schon in der Klause „eingezogen“. Mit Sack und Pack. 35 bis 36 solcher Märkte und Feste besucht der Hesse pro Jahr. Er scheint abgehärtet: „Mit so einem Wetter muss man leben. Ich kann ja nicht einfach zuhause bleiben. Ich mache das hauptberuflich.“
Über 1000 gewandete Akteure – darunter Ritter und Könige, Landsknechte, Mägde und Händler und Zigtausende Besucher – werden von morgen Freitag bis Sonntag bei Europas größtem historischen Event seiner Art, den Ritterspielen „Ehrenberg – die Zeitreise“, erwartet. Programm- infos gibt’s unter www.ritterturniere.com.