82 Bewerber für Leitung des neuen Kolosseum-Parks in Rom
Rom (APA) - 16 ausländische Kulturmanager sind im Rennen um den Posten als Leiter des neuen archäologischen Parks um das Kolosseum in Rom, d...
Rom (APA) - 16 ausländische Kulturmanager sind im Rennen um den Posten als Leiter des neuen archäologischen Parks um das Kolosseum in Rom, das noch dieses Jahr entstehen wird. Eine vom Kulturministerium ernannte Jury wählt drei Kandidaten unter 82 Bewerbern, der Sieger wird von Kulturminister Dario Franceschini ernannt.
Die neue Leitung des archäologischen Parks, der der größte der Welt werden soll, soll ihre Arbeit am 1. Jänner 2018 aufnehmen, berichtete Franceschini nach Medienangaben. Damit wird eine Reform vollendet, mit der 31 staatliche Museen und archäologische Stätte ihre Autonomie erhalten haben.
Die Museumsreform habe bisher besonders positive Resultate gezeigt, sagte der Kulturminister. Es sei wichtig, auch dem Kolosseum-Park mit den Ausgrabungen des Palatin-Hügels und den Kaiserlichen Foren Autonomie zu sichern. Im Zuge der Reform wurde der österreichische Kulturmanager Peter Assmann 2015 zum Leiter des Palazzo Ducale in Mantua. Der Linzer Peter Aufreiter leitet die Galleria Nazionale delle Marche in Urbino.
Das Kolosseum in Rom, mit sieben Millionen Besuchern jährlich die meistbesuchte Sehenswürdigkeit Italiens, soll laut dem Plan des Kulturministers wieder seine Gladiatoren-Arena zurückbekommen. 18 Millionen Euro will das italienische Kulturministerium für die Errichtung einer Plattform auftreiben, die den jetzt sichtbaren Unterbau des Amphitheaters überdecken soll, wie es bis zum 19. Jahrhundert der Fall war.
Damit soll das 2.000 Jahre alte Wahrzeichen Roms wieder als Arena für Open-Air-Aufführungen genutzt werden. Die Bauarbeiten sollen rund fünf Jahre lang dauern. Das Kulturministerium will einen internationalen Wettbewerb ausschreiben, um das beste Projekt zu finden. Unter der eigentlichen Arena erstreckte sich ein riesiges Netz von Gladiatorenschulen, Tierkäfigen und Vorratskammern. Verbunden waren sie durch ein System von Gängen und Falltüren, die sich schleusenähnlich über Hebel und Flaschenzüge in Sekundenschnelle öffnen oder verschließen ließen.
Das Projekt der Arena wurde vom Ex-Leiter des römischen Denkmalschutzes, Adriano La Regina, kritisiert. „Franceschini betrachtet Wahrzeichen als Maschinen zur Förderung des Tourismus und der Wirtschaft. Damit verliert man den kulturellen Aspekt aus den Augen“, kritisierte La Regina.