Schwimmen: Auböck in Weltklasse der Langstreckenkrauler angekommen

Budapest (APA) - Österreich hat fünf Jahre nach den Abtritten von Markus Rogan und quasi auch Dinko Jukic wieder einen auf WM-Endläufe ausge...

Budapest (APA) - Österreich hat fünf Jahre nach den Abtritten von Markus Rogan und quasi auch Dinko Jukic wieder einen auf WM-Endläufe ausgerichteten Schwimmer. Vor wenigen Tagen hatte Felix Auböck von einem Rennen um WM-Medaillen nur geträumt, nun hat er schon zwei erreicht. Und am Wochenende könnte durchaus das dritte folgen. Der 20-Jährige ist in Budapest in der Weltklasse der Langstreckenkrauler angekommen.

So richtig damit beschäftigen, welch großen Leistungssprung er in der vergangenen Saison und nun in der ungarischen Hauptstadt geschafft hat, möchte sich Auböck während der Titelkämpfe aber noch nicht. „Ich versuche, nicht zu realisieren, wie weit ich mich verbessert habe“, sagte Auböck zwischen 800-m-Vorlauf und -Finale. „Ich versuche, es gar nicht so an mich herankommen zu lassen. Einfach immer regenerieren und für das nächste Rennen vorbereiten.“

Dabei haben ihm die 200 m Kraul am Montag gut hineingepasst, um nach den Eindrücken von Platz fünf über 400 m Kraul im Rennrhythmus zu bleiben. „Ich habe dadurch gar nicht so viel Zeit gehabt, darüber nachzudenken, und versucht, einfach so weiterzumachen.“ Auch die telefonische Ablenkung hält er aktuell von sich fern. „Ich habe eine neue Nummer, die haben jetzt nicht so viele Leute. Ich habe daher auch bis jetzt nur mit meinen Eltern telefoniert.“

In die Situation gekommen zu sein, die Chance auf ein WM-Semifinale (200 m, Anm.) zugunsten eines anderen Bewerbes sausen zu lassen, zeigt, dass Auböck in seiner Schwimm-Qualität zumindest eine Stufe höher steht als noch vor einem Jahr. Das merken auch seine neuen Konkurrenten, mit denen er nun in Endläufen und nicht um Semifinalplätze rittert. So habe ihn in Budapest auch schon Sun Yang angesprochen. Auböck: „Da war ich schon überrascht.“

Außer dem bis Dienstag neunfachen chinesischen Langbahn-Weltmeister nehmen spätestens im Call-Room Minuten vor dem Start auch die anderen Finalisten vom OSV-Jungstar Notiz. Schließlich ist er ein neuer Konkurrent um einen der Plätze an der Sonne. „Ich merke schon, dass mich manche anschauen, von Leuten, von denen ich noch nie irgendwelche Blicke abbekommen habe. Ist natürlich auch schön, so eine Aufmerksamkeit zu bekommen.“

Trotz der großen Namen um sich, versucht Auböck in der allerletzten Phase der Vorbereitung auf ein Rennen sein bewährtes Prozedere nicht zu ändern. Der Niederösterreicher verzichtet da nämlich auf Kopfhörer. „Ich höre keine Musik vor dem Start. Ich versuche, mich immer daran zu erinnern, was der Rennplan ist. Ruhig zu bleiben und auf die Stärken zu vertrauen. Was auch schon schwer ist, wenn man sieht, mit welchen Leuten man da im Call-Room ist.“

Die eigene Strategie umzusetzen und sich nicht von den anderen zu sehr ablenken zu lassen, sei sehr schwierig. Bisher hat es aber gut funktioniert. Die Einhaltung der vorgegebenen Taktik ist eine von Auböcks Stärken. Dabei bleibt Zeit, die tolle Atmosphäre in der Duna Arena zu genießen. „Ich habe mich da nicht so sehr unter Druck setzen lassen, da die anderen eine Medaille machen müssen“, bezog er sich auf das 400-m-Finale. Und das galt auch für die 800 m.