Gast starb Lawinentod in Vbg: Prozess gegen Tiroler Skiführer vertagt

Feldkirch (APA) - Nach dem Lawinentod eines 33-jährigen Niederländers im Jänner musste sich ein Tiroler Berg- und Skiführer am Mittwoch vor ...

Feldkirch (APA) - Nach dem Lawinentod eines 33-jährigen Niederländers im Jänner musste sich ein Tiroler Berg- und Skiführer am Mittwoch vor dem Landesgericht Feldkirch verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 38-jährigen Mann grob fahrlässige Tötung sowie Gefährdung der körperlichen Sicherheit vor. Der Prozess wurde zur Neubeurteilung von Angaben des Angeklagten auf unbestimmte Zeit vertagt.

Der Skiführer begleitete am 16. Jänner als Tourenführer zwei niederländische Ärzte im freien Skiraum von Lech-Zürs am Arlberg. Bei der Abfahrt der dreiköpfigen Gruppe vom Trittkopf (2.720 Meter) löste sich im Bereich der extrem steilen Gamskopfmulde eine Lawine, die den 33-Jährigen rund eineinhalb Meter tief verschüttete. Zwar wurde der Niederländer innerhalb von zehn Minuten geborgen, für ihn kam jedoch jede Hilfe zu spät. Der Skiführer und der zweite Urlauber, der laut Staatsanwaltschaft „gerade noch ausweichen konnte“, blieben unverletzt.

Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft hätte der Skiführer mit seinen zwei Gästen an jenem Tag niemals die Gamskopfmulde befahren dürfen. Aufgrund des sehr kalten Wetters, störanfälligen Triebschnees und einer schwachen Altschneedecke habe bei Lawinenwarnstufe drei („erheblich“) eine erhöhte Auslösebereitschaft bestanden. Die Staatsanwaltschaft stützte sich dabei auf das Gutachten des Sachverständigen Andreas Pecl. Dieser sprach von sehr hohem Risiko und von einem „Tabu“, in einen derartigen Hang einzufahren.

Der 38-Jährige sagte hingegen aus, dass für ihn das Risiko trotz erheblicher Lawinengefahr nicht erkennbar gewesen sei. Erstens sei er nach der Sprengung einer Lawine davon ausgegangen, dass das Befahren des betreffenden Hanges gefahrlos sei. Außerdem deutete er den Umstand, dass die darunter befindliche Skiroute geöffnet war, als weiteres Indiz dafür, dass keine Gefahr drohe.

Die Angaben des Tirolers vor Gericht - die Pecl nach eigenen Angaben so noch nicht gehört hatte - bewogen den Sachverständigen dazu, die Causa samt Plänen und Fotos noch einmal eingehend betrachten und beurteilen zu wollen. Da dies „nicht in 30 Sekunden“ (Pecl) machbar sei, wurde der Prozess vertagt. Einen Termin zur Fortsetzung der Verhandlung gibt es noch nicht.