Osttirol

Video: Osttiroler Lkw-Fahrer entzückt das Internet

© Hernegger

Der Osttiroler Trucker Josef Herrnegger ist ein YouTube-Star. Er regt sich über Lenker auf, die die Rettungsgasse ignorieren und sagt dem Verkehrsminister die Meinung.

Von Alexandra Plank

Innsbruck — Derzeit urlaubt Josef Herrnegger, der seit 27 Jahren als Lkw-Fahrer unterwegs ist, in der benachbarten Slowakei. Der 51-Jährige wurde durch seine deftigen Kommentare zur Verkehrslage bekannt. Seine YouTube-Videos wurden zum viralen Hit. Über drei Millionen Menschen haben sich das erfolgreichste angesehen, in dem der gebürtige Sillianer über jene Verkehrsteilnehmer schimpft, die die Rettungsgasse befahren.

Beim Filmen hat Herrnegger beide Hände am Steuer, der Innenraum des Trucks ist mit einigen Handy-Halterungen ausgestattet. Auch auf der Fahrt in den Urlaub sind ihm wieder Unarten der anderen Verkehrsteilnehmer aufgefallen.

„Wenn jemand mit seinem 500er Mercedes bei einer Baustelle einen Lkw überholen will, obwohl die Fahrspur nur 2,10 Meter breit ist, dann sollte er wissen, dass er selbst 2,20 Meter einnimmt. Auch wenn er ständig aufblendet, darf er trotzdem nicht mehr als 80 km/h fahren, so wie der Lkw." Die Reaktionen sind vielfältig: „Es gibt schon Leute, die mich aufgrund meiner Videos beschimpfen, aber die meisten ermutigen mich und sagen: ,Bravo. Der Sepp sagt's allen eini.'" Auch auf Rastplätzen werden er und sein Truck oft erkannt. „Ich merke, wenn hinter meinem Rücken getuschelt wird, ich drehe mich um und sage: „ Ja, ich bin's, der Wut-Trucker." Wobei er sich den Namen nicht ausgesucht hat, er wurde ihm vielmehr von den Medien verliehen.

„Die Videos sind spontan, meine Aufregung ist echt. Man muss ein bisschen Gas geben, sonst interessiert die Kritik keinen." Als Erfolg wertet der 51-Jährige, dass die Rettungsgasse nun wesentlich mehr Verteidiger habe. „Ich werde oft Zeuge, dass jene, die eine Rettungsgasse bilden, die anderen, die sie befahren, in die Schranken weisen", freut sich Herrnegger.

Das Image des Lkw-Fahrers habe sich geändert, vom König der Straßen sei nicht mehr viel übrig. Ärgern kann sich der Osttiroler darüber, dass die Bestimmungen für inländische Lkw immer strenger werden. „Wir verkaufen die umweltschädlichen Lkw nach Osteuropa, die fahren dann wieder bei uns durch", bemängelt Herrnegger. Wie ihn überhaupt aufregt, dass Lkw-Lenker aus Osteuropa seit Jahren Billigkonkurrenten seien.

All das hat er Verkehrsminister Jörg Leichtfried per Video wissen lassen. Dieser gab dem „lieben Sepp" im Juni vom Verkehrsgipfel in Luxemburg aus in vielem Recht und wünschte per Video ein steirisches „Glück auf!".

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