Die Raiders möchten heute das Triple perfekt machen
Im heutigen AFL-Finale (19.30 Uhr) gegen die Vienna Vikings hofft Swarco Raiders Sandro Platzgummer auf das nächste Ausrufezeichen.
Von Alois Moser
Klagenfurt –Bei den Swarco Raiders dreht sich derzeit alles um die Zahl drei: Das Finale der Austrian Football League ist für das Tiroler Football-Flaggschiff das dritte Finale in Folge, und nach zwei gewonnenen Endspielen wollen die Raiders heute gegen die Vikings im Klagenfurter Wörtherseestadion (19.30, live auf ORF Sport+ und raiderstv.at) unbedingt die dritte Austrian Bowl hintereinander gewinnen. Für zwei Leistungsträger der Raiders geht es auch darum, die eigene AFL-Bilanz makellos zu halten.
Der Erfolgslauf der Raiders, die die letzten beiden AFL-Finals in beeindruckender Dominanz für sich entscheiden konnten (2015: 38:0 gegen die Vienna Vikings, 2016: 51:7 gegen die Graz Giants), hat nicht nur mit der schwächelnden Konkurrenz, sondern auch mit der eigenen Stärke zu tun. So hat Quarterback Sean Shelton, seit nunmehr drei Jahren bei den in dieser Zeit die Liga dominierenden Raiders Dreh- und Angelpunkt, noch keines seiner beiden bisherigen Finals verloren – wie auch Runningback Sandro Platzgummer.
„Ich bin wohl zum richtigen Zeitpunkt zu den Raiders gekommen“, schmunzelt der 20-jährige Platzgummer, der schon seine dritte Saison im schwarzen Dress bestreitet. Zwei gewonnene AFL-Finale, zweimal zum „Rookie of the year“ ernannt: Der Innsbrucker hat der Liga in seiner noch jungen Karriere schon seinen Stempel aufgedrückt.
Nach zwei Jahren, in denen die Tiroler die heimische Liga dominierten, steht ihnen mit den wiedererstarkten Vikings diesmal aber ein wieder ernstzunehmender Gegner gegenüber: „Das wird ein Finale auf Augenhöhe“, sagten Platzgummer und Headcoach Shuan Fatah unisono.
Im mittlerweile elften Finale gegen die Wiener will man verhindern, dass der Rekordmeister seiner Titelsammlung einen 14. Titel hinzufügen kann (Raiders fünf Titel): „Wir haben uns schon ein paar Überraschungen ausgedacht.“
Die Innsbrucker können wieder auf eine ihrer schärfsten Offensivwaffen setzen: Platzgummer, trotz seiner erst 20 Lenze nach eigener Aussage im Football schon ein „alter Hase“, ist nach einigen Verletzungen wieder topfit: „Seit dem Halbfinale bin ich wieder voll da.“ Übrigens: Ohne den Runningback setzte es für den Meister, der im Vorfeld der aktuellen Saison die Abgänge vieler Leistungsträger zu verkraften hatte, auch die bisher einzige Saisonniederlage gegen die Vikings. Für Medizinstudent Platzgummer selber hatte die unfreiwillige Pause auch etwas Gutes: „Da hatte ich auf einmal in der Prüfungsphase weniger Stress.“
Im Wörtherseestadion in Klagenfurt soll die Revanche für die Niederlage im Grunddurchgang gelingen: „In Klagenfurt haben wir ja schon gute Erfahrungen gemacht. Immerhin haben wir die letzten zwei Finale dort gewonnen.“ Headcoach Fatah erklärte: „Die Jungs sagen zum Wörtherseestadion schon Wohnzimmer.“
Und neben dem möglichen dritten Titelgewinn in Folge, von Raiders-Headcoach Shuan Fatah als „Walhalla des Sports“ bezeichnet, hat Platzgummer auch noch ein persönliches Ziel im Hinterkopf: „Ich würde gerne Final-MVP werden. Meine Schwester hat nachgeschaut, seit 2006 habe ich in jedem Jahr irgendeinen MVP-Titel gewonnen, heuer aber noch nicht.“ Das Finale wäre wohl der beste Zeitpunkt dafür.