Schwimmen

WM in Budapest: Auböck über 800 Meter Kraul Sechster

Felix Auböck zeigte erneut mit einer Top-Leistung auf.
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In 7:51,20 Minuten verpasste der 20-Jährige erst im Vorlauf fixierten österreichischen Rekord um 1,94 Sekunden. Die Italienerin Federica Pellegrini holte mit Sieg über 200 m Kraul als Erste über eine Strecke 7 Medaillen en suite

Budapest – Der Niederösterreicher Felix Auböck hat am Mittwoch bei den Schwimm-Weltmeisterschaften in Budapest über 800 m Kraul Rang sechs belegt. In 7:51,20 Minuten verpasste der 20-Jährige seinen am Vortag im Vorlauf fixierten österreichischen Rekord um 1,94 Sekunden. Über 400 m Kraul war Auböck Fünfter gewesen. Über die 800-m-Distanz gewann der Italiener Gabriele Detti in 7:40,77.

Abseits der 800 m Kraul hat es am Mittwoch bei den Schwimm-Weltmeisterschaften auf der Langbahn in Budapest vier weitere Finalentscheidungen gegeben. Dabei gab es in der Mixed-Lagenstaffel den siebenten Weltrekord dieser Titelkämpfe sowie Niederlagen der Lokalfavoriten Laszlo Cseh und Katinka Hosszu. Dafür sorgte Federica Pellegrini für Premieren.

Über 200 m Kraul fügte sie einerseits Katie Ledecky deren erste Niederlage in einem WM-Finale zu, womit die 20-Jährige in der Duna Arena das halbe Dutzend an Titeln verpassen wird. Nachdem der US-Star am Vortag über 1.500 m Kraul ihr Dutzend an Titeln voll gemacht hatte, wurde sie nun in 1:55,18 ex aequo mit der Australierin Emma McKeon Zweite. Pellegrini siegte mit einem überaus starken Finish noch souverän in 1:54,73.

Damit ist die Italienerin zudem die Erste bei Damen und Herren mit sieben WM-Medaillen in einem Bewerb en suite. Gold hatte sie auch 2009 und 2011 geholt, Silber 2005, 2013 und 2015 sowie Bronze 2007. Mit neun Medaillen auf einer Distanz bei WM und Olympia schloss die 28-Jährige zu den US-Stars Michael Phelps (100 und 200 m Delfin) und Ryan Lochte (200 m Lagen) auf. Hosszu wurde in 1:56,35 bloß Siebente, zog später ins Finale über 200 m Delfin ein.

Auch für ihren Landsmann Cseh gab es kein Gold, aber immerhin Silber. Über 200 m Delfin war Chad le Clos bekannt schnell gestartet, in 1:53,33 rettete sich der Südafrikaner vor der nahenden Konkurrenz mit Erfolg. Cseh hatte 39/100 Rückstand. Mit 13 WM-Medaillen liegt er unter den Ungarn voran bzw. deren zwei vor Hosszu. Olympiasieger Le Clos hatte sich den Titel auch schon 2013 in Barcelona gesichert, 2015 in Kasan wurde er hinter Cseh Zweiter.

Im Brustsprint bestätigte 100-m-Sieger Adam Peaty seine Ausnahmestellung. Als Erster auf dieser Strecke gewann der Brite einen zweiten Titel in Folge. In 25,99 Sekunden blieb der 22-Jährige nur 4/100 über seinem Weltrekord vom Vortag bzw. erneut unter der 26er-Marke. Die Rivalen lagen mehr als eine halbe Sekunde zurück. Das US-Mixed-Quartett Matt Grevers, Lilly King, Caeleb Dressel und Simone Manuel siegte über 4 x 100 m mit dem Weltrekord von 3:38,56.

In Weltklasse der Langstreckenkrauler angekommen

Österreich hat fünf Jahre nach den Abtritten von Markus Rogan und quasi auch Dinko Jukic wieder einen auf WM-Endläufe ausgerichteten Schwimmer. Vor wenigen Tagen hatte Felix Auböck von einem Rennen um WM-Medaillen nur geträumt, nun hat er schon zwei erreicht. Und am Wochenende könnte durchaus das dritte folgen. Der 20-Jährige ist in Budapest in der Weltklasse der Langstreckenkrauler angekommen.

So richtig damit beschäftigen, welch großen Leistungssprung er in der vergangenen Saison und nun in der ungarischen Hauptstadt geschafft hat, möchte sich Auböck während der Titelkämpfe aber noch nicht. „Ich versuche, nicht zu realisieren, wie weit ich mich verbessert habe“, sagte Auböck zwischen 800-m-Vorlauf und -Finale. „Ich versuche, es gar nicht so an mich herankommen zu lassen. Einfach immer regenerieren und für das nächste Rennen vorbereiten.“

Dabei haben ihm die 200 m Kraul am Montag gut hineingepasst, um nach den Eindrücken von Platz fünf über 400 m Kraul im Rennrhythmus zu bleiben. „Ich habe dadurch gar nicht so viel Zeit gehabt, darüber nachzudenken, und versucht, einfach so weiterzumachen.“ Auch die telefonische Ablenkung hält er aktuell von sich fern. „Ich habe eine neue Nummer, die haben jetzt nicht so viele Leute. Ich habe daher auch bis jetzt nur mit meinen Eltern telefoniert.“

In die Situation gekommen zu sein, die Chance auf ein WM-Semifinale (200 m, Anm.) zugunsten eines anderen Bewerbes sausen zu lassen, zeigt, dass Auböck in seiner Schwimm-Qualität zumindest eine Stufe höher steht als noch vor einem Jahr. Das merken auch seine neuen Konkurrenten, mit denen er nun in Endläufen und nicht um Semifinalplätze rittert. So habe ihn in Budapest auch schon Sun Yang angesprochen. Auböck: „Da war ich schon überrascht.“

Die eigene Strategie umzusetzen und sich nicht von den anderen zu sehr ablenken zu lassen, sei sehr schwierig. Bisher hat es aber gut funktioniert. Die Einhaltung der vorgegebenen Taktik ist eine von Auböcks Stärken. Dabei bleibt Zeit, die tolle Atmosphäre in der Duna Arena zu genießen. „Ich habe mich da nicht so sehr unter Druck setzen lassen, da die anderen eine Medaille machen müssen“, bezog er sich auf das 400-m-Finale. Und das galt auch für die 800 m. (APA, TT.com)