Guterres warnt vor Eskalation der Gewalt in Jerusalem
Nach den heftigen Protesten gegen Kontrollen am Tempelberg in Jerusalem haben die israelischen Behörden weitere Sicherheits-Installationen entfernt.
New York/Jerusalem – Auch nach dem Abbau der umstrittenen Metalldetektoren am Tempelberg durch Israel warnt UN-Generalsekretär Antonio Guterres vor einer Eskalation der Gewalt. Er drängte die politischen und religiösen Machthaber in einer am Mittwoch (Ortszeit) in New York verbreiteten Mitteilung, provokative Handlungen und Rhetorik zu unterlassen.
Darüber hinaus rief er Israel zur Zurückhaltung auf. Er bekräftigte, dass er über die Lage in der Altstadt von Jerusalem besorgt sei. Es sei wesentlich, den Status Quo an den heiligen Stätten zu respektieren wie vor dem 14. Juli.
Neue Unruhen trotz Abbaus von Metalldetektoren
An diesem Tag hatte Israel nach einem Anschlag neue Sicherheitskontrollen mit Metalldetektoren für muslimische Gläubige am Tempelberg verfügt. Die Palästinenser protestierten dagegen, weil sie dies als Versuch Israels werteten, mehr Kontrolle über die für Juden wie Muslimen heilige Stätte zu bekommen. Israel ließ die Metalldetektoren am Dienstag wieder abbauen, nachdem bei Unruhen vier Palästinenser getötet und mehrere Hundert verletzt worden waren.
In der Nacht zu Mittwoch war es trotz des Abbaus in Jerusalem zu neuen Unruhen gekommen. Bei Konfrontationen mit Polizisten wurden 16 Palästinenser verletzt, davon drei schwer. Im Westjordanland rief die radikal-islamische Palästinenserorganisation Hamas für Freitag erneut zu einem „Tag des Zorns“ mit Protesten auf.
Die Palästinenser lehnen für den Tempelberg jegliche Änderung des Status Quo ab. Sie beharren auf freiem Zugang zu ihren Gebetsstätten dort ohne zusätzliche Kontrollen und Überwachung. (APA/dpa)