Verbund bis Juni 2 - Mehr Stromaufbringung, weniger Eigenerzeugung
Wien (APA) - Die gesamte Stromaufbringung des Verbund-Konzerns lag im Halbjahr mit 31.032 GWh um 3,6 Prozent über dem Vorjahresvergleich. Di...
Wien (APA) - Die gesamte Stromaufbringung des Verbund-Konzerns lag im Halbjahr mit 31.032 GWh um 3,6 Prozent über dem Vorjahresvergleich. Die Eigenerzeugung sank aber um 4,7 Prozent auf 15.132 GWh, vor allem weil die Stromproduktion aus Wasserkraft wegen der deutlich geringeren Wasserführung um 9,9 Prozent auf 13.369 GWh sank (samt Bezugsrechten), geht aus dem Halbjahres-Zwischenbericht von Donnerstag hervor.
Wind/Sonne lieferten mit 484 GWh um 10,4 Prozent mehr - in erster Linie wegen eines höheren Windaufkommens in Rumänien -, die Wärmekraft mit 1.279 GWh mehr als doppelt so viel (+113 Prozent) wie ein Jahr davor.
Das Gas-Kombikraftwerk Mellach in der Steiermark produzierte heuer - durch einen erhöhten Einsatz für Engpassmanagement - um 632 GWh mehr Strom. Das Kohlekraftwerk Mellach erzeugte um 46 GWh mehr. Der Bezug von Fremdstrom für den Handel und Vertrieb stieg um 630 GWh oder 5,0 Prozent auf 13.126 GWh, der Fremdbezug von Strom für Verlust- und Regelenergie wuchs um 1.194 GWh oder 75,6 Prozent auf 2.774 GWh.
Der Stromabsatz des Verbund lag heuer bis Juni mit 28.415 GWh fast punktgenau auf Vorjahresvergleichshöhe. Der Absatz an Endkunden legte um 4,5 Prozent auf 5.853 GWh zu; dabei sei ein leichter Rückgang im Auslandsgeschäft durch eine deutliche Steigerung der Abgabe an Inlandskunden mehr als ausgeglichen worden. Im Privatkundenbereich belief sich der Kundenstock Ende Juni auf rund 419.000 Strom- und Gasabnehmer.
Der Absatz an Weiterverteiler wuchs wegen deutlich gestiegener Engpassmanagement-Lieferungen des Höchstspannungsnetzbetreibers APG um 4,0 Prozent auf 13.628 GWh. Der Absatz an Händler sank dagegen um 7,9 Prozent auf 8.934 GWh - wobei das Minus einzig aus Frankreich resultierte, wo der Marktzugang für die beiden schon länger verkauften Gaskraftwerke Pont-Sur-Sambre (PSS) und Toul weggefallen ist.
Die für das Geschäftsjahr 2017 maßgeblichen Preise für Strom-Future-Kontrakte (Front-Year-Base 2017, gehandelt 2016) lagen mit durchschnittlich 26,6 Euro/MWh um 14,2 Prozent unter dem durchschnittlichen Niveau des Vorjahres. „Hier spiegeln sich die Erwartungen eines fortgesetzten Zubaus erneuerbarer Energien und eines weiterhin günstigen Preisniveaus auf den Primärenergie- und CO2-Märkten wider“, so der Verbund.
Durch die Kälteperiode Anfang 2017 stiegen die Spotmarktpreise (Base) in der Berichtsperiode um 41,8 Prozent auf 35,5 Euro/MWh. Der Day-Ahead sei in der zweiten Jänner-Hälfte in den dreistelligen Euro-Bereich vorgestoßen, auch Anfang Februar habe es anhaltend feste Notierungen gegeben (wenig Wind und Kälte).
Die Stromerlöse des Verbund stiegen im Halbjahr um 31,2 Mio. Euro auf 1,200 Mrd. Euro. Bei gleicher Absatzmenge wirkten vor allem die deutlich höheren Spotmarktpreise positiv. Die Netzerlöse wuchsen um 11,7 Mio. auf 210,7 Mio. Euro, im Wesentlichen durch gestiegene internationale Netzerlöse aus Versteigerungen von Grenzkapazitäten sowie durch höhere Erlöse im Zusammenhang mit Regelenergie, wie erklärt wird.
Wertminderungen bei Kraftwerken waren heuer keine zu verzeichnen, geht es dem Halbjahresbericht hervor. 2016 hatte es in den ersten beiden Quartalen Wertminderungen von 90,4 Mio. Euro gegeben, die resultierten damals u.a. aus den Windparks in Rumänien (57,2 Mio. Euro), den Laufwasserkraftwerken Gössendorf und Kalsdorf (16,5 Mio. Euro) sowie dem Gas-Kombikraftwerk Mellach (15,5 Mio. Euro).
Der Personalaufwand sank heuer im Halbjahr (trotz einer KV-Erhöhung um 1,55 Prozent) um 1,7 Mio. auf 161,5 Mio. Euro „aufgrund der konsequenten Umsetzung der Maßnahmen im Rahmen der Kostensenkungs- und Effizienzsteigerungsprogramme“, wie erklärt wird. Der durchschnittliche betriebswirtschaftliche Personalstand sank im Jahresabstand um 3,3 Prozent von 2.940 auf 2.843.
Um Einmaleffekte bereinigt lag das Verbund-Konzernergebnis heuer im ersten Halbjahr mit den 154,5 Mio. Euro um 11,2 Prozent tiefer, da diesem Vergleich eine mit 173,9 Mio. Euro höhere Basis aus dem Vorjahr zugrunde liegt, gegenüber den unbereinigt 153,9 Mio. Euro, die es von Jänner bis Juni 2016 gegeben hatte.
Je Aktie blieb das Ergebnis bei 0,44 Euro, die EBIT-Marge verbesserte sich auf 16,5 (13,1) Prozent, die EBITDA-Marge sank auf 28,2 (30,8) Prozent. Das Eigenkapital per 30.6. ist mit 5,626 Mrd. Euro ausgewiesen, um 1,7 Prozent mehr als die 5,530 Mrd. Euro Ende 2016 - die Eigenkapitalquote stieg damit bereinigt von 50,0 auf 52,0 Prozent. Die Nettoschulden sanken zugleich um 4,6 Prozent von 3,222 Mrd. auf 3,075 Mrd. Euro, der Nettoverschuldungsgrad verringerte in diesen sechs Monaten von 58,3 auf 54,7 Prozent.
( 0766-17, Format 88 x 55 mm)
~ ISIN AT0000746409 WEB http://www.verbund.com ~ APA087 2017-07-27/09:10