Niedersächsischer Minister: VW-Vorstand muss offener kommunizieren
Wolfsburg (APA/Reuters) - Der niedersächsische Wirtschaftsminister Olaf Lies hat Volkswagen angesichts von Diesel-Skandal und Kartellvorwürf...
Wolfsburg (APA/Reuters) - Der niedersächsische Wirtschaftsminister Olaf Lies hat Volkswagen angesichts von Diesel-Skandal und Kartellvorwürfen zu einer offeneren Informationspolitik aufgefordert. „Ich wünsche mir, dass der Volkswagen-Vorstand eine möglichst offene Kommunikation mit der Öffentlichkeit in dieser Angelegenheit führt“, sagte Lies, der dem VW-Aufsichtsrat angehört, im Deutschlandfunk am Donnerstag.
Zugleich warnte er vor vorschnellen Urteilen wegen des Vorwurfs illegaler Absprachen unter deutschen Autobauern. Zunächst müsse geklärt werden, ob überhaupt Unerlaubtes geschehen sei. Dass sich die Hersteller über technische Fragen austauschten, sei erst einmal nichts Unrechtes. Dabei dürften aber keine rechtlichen Grenzen überschritten werden.
Daher sei es auch richtig, dass die deutsche Bundesregierung „nicht voreilig“ Schlüsse gezogen und Vorverurteilungen getroffen habe, sagte Lies. Zunächst müsse der ganze Sachverhalt geklärt werden. Das gelte auch für die Einzelfrage, welche Rolle die Größe von Harnstofftanks in den Gesprächen der Autohersteller gespielt habe und ob dabei wettbewerbswidrige Vereinbarungen getroffen wurden. Dazu sei maximale Transparenz nötig. „Jetzt hilft nur: die Karten auf den Tisch legen“, forderte Lies.
Niedersachsen ist zweitgrößter Eigentümer bei VW und hält 20 Prozent. Hauptaktionärin ist die von den Familien Piech und Porsche kontrollierte Porsche SE.
Der Volkswagen-Aufsichtsrat hatte sich am Vortag bei einer Sondersitzung mit den Kartellvorwürfen beschäftigt. Der Konzern verteidigte die Zusammenarbeit von Autobauern. Es sei in vielen Fällen erforderlich und nicht zu beanstanden, wenn Unternehmen die Machbarkeit und Standardisierung neuer Technologien erörterten, argumentierte das Unternehmen.
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