Börse Frankfurt schwächer im Frühhandel - Starker Euro-Kurs belastet
Frankfurt am Main (APA/dpa-AFX) - Der nach wie vor starke Euro hat dem deutschen Aktienmarkt an dem von der Berichtssaison geprägten Donners...
Frankfurt am Main (APA/dpa-AFX) - Der nach wie vor starke Euro hat dem deutschen Aktienmarkt an dem von der Berichtssaison geprägten Donnerstag den Wind aus den Segeln genommen. Zudem belasteten negativ aufgenommene Quartalszahlen die Indizes.
Der Euro war im asiatischen Handel in der Spitze in Richtung 1,18 US-Dollar gestiegen. So hoch wurde die Gemeinschaftswährung seit Anfang 2015 nicht mehr bewertet. Zuletzt kostete sie 1,1724 Dollar. Ein starker Euro kann die Exportchancen deutscher Unternehmen trüben.
Der DAX verlor im frühen Handel 0,41 Prozent auf 12.254,66 Punkte. Der starke Euro bremst den deutschen Leitindex seit geraumer Zeit aus. Von seinem Rekordhoch bei 12.951 Punkten vor gut fünf Wochen ist der DAX inzwischen fast 700 Punkte entfernt. Der MDax für die mittelgroßen Werte notierte am Donnerstag zuletzt prozentual unverändert bei 24 928,23 Punkten. Der Technologiewerte-Index TecDax stand 0,10 Prozent tiefer bei 2276,06 Zählern.
Grund für den im Gegenzug zum Euro abwertenden US-Dollar ist die weiterhin zurückhaltende Geldpolitik der US-Notenbank Fed. Diese hatte am Vorabend den Leitzins unverändert gelassen. Experten hatten dies erwartet. Beim Weg aus der Krisen-Geldpolitik zeigt die Fed zudem keine Eile. Man behalte die Inflation im Blick und werde recht bald mit dem Abbau der billionenschweren Notenbankbilanz beginnen, hieß es von den US-Währungshütern.
In Deutschland hält die Berichtssaison an diesem Donnerstag die Anleger weiter in Atem. Dabei standen vor allem die Finanzwerte aus dem DAX mit auffälligen Kursbewegungen im Fokus. Die Allianz hatte bereits am späten Vorabend überraschend Quartalszahlen veröffentlicht und sich für das Gesamtjahr optimistisch gezeigt. Die Aktien der Münchener legten an der DAX-Spitze um rund 2 Prozent zu.
Die Deutsche Börse blieb mit ihren Geschäftszahlen dagegen hinter den Erwartungen zurück. Die Kursreaktion fiel mit minus 4,8 Prozent entsprechend negativ aus. Die Papiere waren damit das DAX-Schlusslicht. Sehr schwach mit minus 3,4 Prozent präsentierten sich zudem die Aktien der Deutschen Bank. Marktbeobachter bemängelten die schwachen Erträge des Instituts.
Der Chemiekonzern BASF meldete erneut einen Gewinnsprung und hob seine Prognosen. Die Papiere fielen jedoch um 1,8 Prozent. Ein Analyst bezeichnete den angehobenen Ausblick als wenig überraschend. Im Gegensatz zur BASF musste der Agrarchemie-und Pharmahersteller Bayer seine Prognose nach dem zweiten Quartal senken. Die Anteile verloren 2,8 Prozent. Zudem verbilligten sich die Volkswagen-Vorzüge nach Zahlen um 1,2 Prozent.
Im MDax landeten die Anteile von Airbus am Index-Ende mit minus 3,5 Prozent. Fehlende Bestellungen für den Riesenjet A380 und teils kräftige Rückgänge bei Umsatz und Gewinn hatten die Anleger verstimmt. Am Ende des TecDax ließen die Papiere von Dialog Semiconductor nach Quartalszahlen mit minus 3,1 Prozent deutlich Federn.
~ ISIN DE0008469008 ~ APA146 2017-07-27/10:29