Messer in Brust gestoßen: Tiroler verletzt, Freundin unter Verdacht
Bluttat in Innsbrucker Wohnung: Ein 24-jähriger Tiroler wurde niedergestochen. Der Tatverdacht gegen eine Freundin erhärtet sich.
Von Marco Witting
Innsbruck – Ein Opfer, das mit einem Messer in der Brust am Boden liegt, drei Personen in der Wohnung, die sich gegenseitig beschuldigen, die Bluttat begangen zu haben. Mit dieser ebenso dramatischen wie unübersichtlichen Situation hatten es in der Nacht auf Donnerstag Polizisten in Innsbruck zu tun. Am Ende gab es vorerst drei Festnahmen, ehe sich am Donnerstagnachmittag dann der Verdacht gegen eine 22-jährige Frau erhärtete. Jener 24-jährige Tiroler, der niedergestochen wurde, befindet sich noch immer in „ernstem Zustand“, allerdings außer Lebensgefahr, im Krankenhaus.
0.30 Uhr: Bei der Polizei geht die Meldung ein, dass es in der Egger-Lienz-Straße zu „einem heftigen Familienstreit“ gekommen sei, wie der Leiter des Landeskriminalamts, Walter Pupp, in der Rückschau bestätigte. „Die Beamten haben dann einen blutenden Mann in der Wohnung vorgefunden und diesen erstversorgt.“ Zu diesem Zeitpunkt war die 22-jährige Wohnungsbesitzerin, ein 42-jähriger Mann und eine 44-jährige Frau in der Wohnung. „Es steht mittlerweile wohl fest, dass die Wohnungsinhaberin eine Beziehung zum Opfer hatte. Jedenfalls wurde die 22-Jährige von den anderen beiden belastet, dass sie dem Mann nach einem Streit ein Messer in die Brust gestoßen hat“, erklärte der LKA-Chef.
Die Ermittler fanden in der Küche dann die Tatwaffe, sie wurde sichergestellt und auf Spuren untersucht. Die 22-Jährige gab ihrerseits dann gegenüber den Ermittlern an, dass die anderen beiden Personen die Tat ausgeführt hätten. Daraufhin wurden auch die beiden anderen von der Polizei vorläufig festgenommen und zum Tathergang befragt. Warum es zum Streit kam, war vorerst noch nicht geklärt. Es dürfte aber Alkohol im Spiel gewesen sein. Gestern Nachmittag verdichteten sich die Anzeichen, dass die 22-Jährige für den Messerstich verantwortlich war. Die 44-Jährige und der 42-jährige Mann wurden freigelassen. Die Wohnungsbesitzerin bleibt in Verwahrungshaft und soll heute wieder einvernommen werden.