Britische Molkereien geschockt: Anti-Milch-Werbung zulässig
Die Anti-Milch-Werbung der Initiative „Go Vegan World“ der irischen Tierschutz-Organisation Eden hat mehrere Molkereien in Großbritannien in Schock versetzt. Die Milchbauern haben sich beschwert, der Slogan „Tiergerechte Milch gibt es nicht“ sei falsch und schädlich.
Slane/London/Bonn – Mehrere Beschwerden gegen die Werbung einer der irischen Tierschutzorganisation Eden wurden von der britischen Advertising Standards Authority abgeblockt. Englische Molkereien befürchten, dass die Behauptungen der Werbung falsch verstanden werden könnten. Ausschnitte wie „Noch blutig von der Geburt“ oder „Töchter, frisch aus dem Leib der Mutter“ würden ein falsches Bild zeichnen. Laut ASA entspricht die Werbung so eindeutig der Sichtweise der veganen Gruppe, dass kein Schaden entstünde.
Überspitzte Werbung
„Die Werbung basiert auf Überspitzung. In Ländern wie Großbritannien und Österreich geht es den Kühen verglichen mit anderen Tierarten relativ gut. Der Begriff ‚tiergerecht‘ ist auch fraglich. Heutige Milchkühe geben immer mehr Milch, als für ihre Kälber benötigt wird. Das Melken kommt ihnen also zugute. Solange die Kühe Platz, Bewegung, Rangkämpfe und Kontakt zu Artgenossen haben, ist die Haltung nach offiziellen Bio-Richtlinien artgerecht“, erklärt Diana Schaack, Expertin für Ökologischen-Landbau. „Milch ist ein Kulturgut und gehört zur modernen Ernährung“, so Schaack. Auf Molkereien würde solche Werbung nur wenig negative Folgen haben. Ernährungs-Booms, wie der für veganes Leben, kämen immer wieder auf und fielen auch immer wieder ab. „Vegan ist modern geworden“, erklärt Schaack. „In Deutschland zum Beispiel flaut der Boom jedoch wieder ab.“ (pte)