Schweizer Franken schwächelt: Tiefster Stand seit Anfang 2015
Zürich/Bern (APA/sda/awp/Reuters) - Beim Schweizer Franken hat sich die zuletzt gesehene Abschwächung gegenüber dem Euro sowie dem US-Dollar...
Zürich/Bern (APA/sda/awp/Reuters) - Beim Schweizer Franken hat sich die zuletzt gesehene Abschwächung gegenüber dem Euro sowie dem US-Dollar am Donnerstag nochmals etwas beschleunigt. Zum Euro notierte der Franken zwischenzeitlich mit 1,1239 so schwach wie seit der Aufhebung des Mindestkursregimes der SNB im Jänner 2015 nicht mehr.
Damals hatten die Währungshüter um Thomas Jordan die Verteidigung der Marke von 1,20 Franken zum Euro unerwartet aufgegeben, woraufhin der Franken massiv aufwertete. Zuletzt kostete ein Euro 1,1233 Franken und ein Dollar 0,9579 Franken. In der Früh standen die Kurse noch bei 1,1163 beziehungsweise 0,9512 Franken.
Bei so manchem exportorientierten Schweizer Unternehmen dürften die Sektkorken knallen: Ein schwacher Franken gibt der Wirtschaft Schub, weil die Waren der Schweizer Firmen im Ausland günstiger werden. Auch der heimische Tourismus profitiert von sinkenden Kursen.
Einen offensichtlichen Grund für den Schwächeanfall der Schweizer Währung gab es nicht. Analysten führten den steigenden Eurokurs ins Feld. Die Gemeinschaftswährung hat bereits in den vergangenen Monaten zugelegt - wegen nachlassender politischer Unsicherheiten in der Eurozone und dem sich nähernden Ende der ultralockeren Geldpolitik der EZB.
Das kommt auch der Schweiz gelegen, denn der Franken galt bei Investoren lange Zeit als sicherer Hafen in unruhigen Zeiten und war daher während der Euro-Schuldenkrise besonders gefragt. Um die Aufwertung einzudämmen hatte die Schweizer Notenbank schließlich einen Euro-Mindestkurs von 1,20 Franken eingeführt und diesen für mehrere Jahre bis Anfang 2015 aufrecht gehalten. Doch zum Schluss mussten sich die Währungshüter mit milliardenschweren Devisenkäufen gegen eine weitere Aufwertung stemmen und gaben den Kurs völlig überraschend frei. Der Franken gewann daraufhin sprunghaft an Wert. Dieser „Franken-Schock“ machte Schweizer Firmen in den Jahren danach das Leben schwer.
Die SNB stemmt sich seither mit Negativzinsen und Interventionen gegen eine Franken-Aufwertung. Sie wollte sich am Donnerstag nicht zu der Abwertung äußern.
~ WEB http://www.snb.ch/de/ ~ APA281 2017-07-27/12:52