Autoverband warnt vor höherer Steuer durch neue Abgastests

Brüssel (APA/AFP) - Wegen schärferer Abgastests hat der europäische Automobilherstellerverband ACEA vor steigenden Kfz-Steuern gewarnt. Das ...

Brüssel (APA/AFP) - Wegen schärferer Abgastests hat der europäische Automobilherstellerverband ACEA vor steigenden Kfz-Steuern gewarnt. Das ab September für neue Fahrzeugtypen vorgeschriebene Testverfahren werde „zu höheren CO2-Werten“ bei der Messung der Abgasemissionen vergleichbarer Autos führen, erklärte der Verband am Donnerstag.

Da in 19 EU-Staaten die Kfz-Steuer vom CO2-Ausstoß abhänge, könne dies zu höheren Steuerlasten für Kunden führen. Ab September 2018 gelte dies sogar für alle neu zugelassenen Autos.

Ab 1. September gilt EU-weit das neue Labormessverfahren WLTP (Worldwide Harmonised Light Duty Test Procedure) für alle Fahrzeugtypen, die erstmals auf dem europäischen Markt zugelassen werden. Ein Jahr später müssen die Emissionen dann bei allen neu zugelassenen Autos so gemessen werden.

Der ACEA rechnet offenbar mit Abweichungen von bis zu 20 Prozent gegenüber den Messungen mit dem alten Messverfahren NEFZ, das weniger realistisch das Fahrverhalten unter normalen Straßenbedingungen abbildet. Laut Verband könnten „fast identische“ Automodelle nach dem alten Test einen Ausstoß von 100 Gramm CO2 pro Kilometer haben, unter dem neuen aber 120 Gramm pro Kilometer.

„Wenn das Steuersystem eines Landes unverändert bleibt, kann das ungerechterweise die Steuerlast für bestimmte Verbraucher erhöhen und zu allgemeiner Verwirrung führen“, warnte der ACEA. Die Regierungen müssten ihre Kfz-Steuersysteme „anpassen, um dieses Szenario zu vermeiden“.