Wölfe im Trentino rissen mindestens 40 Schafe
Ein Wolfsrudel hat im oberen Fassatal ein wahres Blutbad angerichtet. Die Bauern holen ihre Tiere nun von der Alm.
Canazei, Bozen –Der Schaden ist für die betroffenen Landwirte aus Südtirol enorm: 40 Schafe sind tot, von ebenso vielen fehlt jede Spur. Auch die vermissten Tiere dürften Opfer jenes Wolfsrudels geworden sein, das seit einigen Tagen auf einer Weide am Fedaia-Pass im oberen Fassatal sein Unwesen treibt. Wie das Nachrichtenportal stol.it berichtet, treiben Südtiroler Schafbauern schon seit Jahrzehnten ihre Tiere dort auf – insgesamt weiden am Fuße der Marmolata 300 Schafe von Bauern aus Mölten, Tisens und dem Eggental.
Dass heuer irgendetwas nicht in Ordnung sei, habe man gemerkt, als keine Lämmer mehr bei den Mutterschafen aufgefunden wurden, zitiert stol.it eine Schafzüchterin. Vermutlich hat das Wolfsrudel sich zuerst die Jungtiere geholt und sei dann auf die ausgewachsenen Tiere losgegangen. Übel zugerichtete Kadaver zeugen von den Angriffen der Wölfe.
Inzwischen haben die Bauern damit begonnen, die Schafe von der Alm zu holen. Angesichts der Tatsache, dass es sich beim Wolf um ein strenggeschütztes Tier handelt, die wohl einzig mögliche Maßnahme. Wie die Tageszeitung Dolomiten berichtet, ist der finanzielle Schaden groß. Mit einem der hochwertigen Zuchttiere lassen sich Preise bis zu 1000 Euro erzielen. Insgesamt, so rechnen die Landwirte vor, sind es 87 Stück, die fehlen – also fast ein Drittel der ursprünglich aufgetriebenen Tiere.
In der vergangenen Woche hatte bereits ein anderes Wildtier im Trentino für Schlagzeilen gesorgt: Bei einem Angriff durch eine Bärin wurde am Samstag ein 70-jähriger Pensionist verletzt.
Zuletzt hatte in Nordtirol ein Angriff auf eine Schafherde im Stubaital Aufsehen erregt. Ende April wurden in Fulpmes drei tote und vier verletzte Schafe gefunden, von denen drei getötet werden mussten. Nach einer DNA-Untersuchung stand wenig später fest, dass ein Wolf die Tiere gerissen hatte. (TT, np)