Regierung will Wasserrationierung in Rom vermeiden
Rom (APA) - Die italienische Regierung bemüht sich, um der Hauptstadt Rom wegen einer seit Monaten anhaltenden Trockenheit eine Wasserration...
Rom (APA) - Die italienische Regierung bemüht sich, um der Hauptstadt Rom wegen einer seit Monaten anhaltenden Trockenheit eine Wasserrationierung zu ersparen. Die Regierung macht Druck auf die römische Wasserversorgungsgesellschaft ACEA und auf die Gemeinde Rom, um zu vermeiden, dass die römischen Bürger ohne Wasser dastehen könnten, sagte Umweltminister Gian Luca Galletti.
„Eine Wasserrationierung ist unannehmbar. Die Lage in Rom ist jene, die uns italienweit am meisten Sorgen bereitet“, so der Minister laut Medienangaben vom Donnerstag. Ganz Italien ist seit Monaten mit einer extremen Wasserknappheit konfrontiert.
Behörden der Region Latium haben der Wasserversorgungsgesellschaft ACEA verboten, ab Freitag Wasser aus dem nördlich von Rom gelegenen Bracciano-See zu pumpen, um die italienische Hauptstadt mit Wasser zu versorgen. Der Pegel des Sees habe ein Rekordtief erreicht, begründeten die Behörden ihren Beschluss, gegen den die ACEA-Gesellschaft vehement protestierte.
Die Wasserversorgungsgesellschaft warnte, dass es zu Engpässen in der Versorgung kommen werde, sollte sie nicht mehr Zugang zum Seewasser haben. Die Bewohner der Ewigen Stadt könnten ab Freitag nur einige Stunden am Tag Trinkwasser in den Leitungen haben. Die Maßnahme könnte 1,5 Millionen Menschen betreffen.
Die Polizei durchsuchte am Donnerstag den ACEA-Sitz. Dabei wurden Dokumente über die kritische Lage des Bracciano-Sees konfisziert. Der Umweltminister kritisierte, dass wegen alter Wasserleitungen in Rom 44 Prozent des Wassers auf dem Weg in die Haushalte verloren gehe. Das sei zu hoch. Die Landwirtschaft verschlinge zu viel Wasser, man müsse auf wassersparende Landwirtschaftssysteme setzen, hieß es.