Fußball-Frauen-EM: Thalhammer von ÖFB-Team begeistert: „Ist genial“
Wageningen (APA) - „Es ist der 27. Juli und wir packen nicht die Koffer, sondern acht andere Teams“. ÖFB-Teamchef Dominik Thalhammer strahlt...
Wageningen (APA) - „Es ist der 27. Juli und wir packen nicht die Koffer, sondern acht andere Teams“. ÖFB-Teamchef Dominik Thalhammer strahlte am Tag nach dem mit dem 3:0 gegen Island fixierten Gruppensieg und Viertelfinaleinzug bei der Fußball-Frauen-EM im Teamquartier in Wageningen. Das auch wegen der TV-Einschaltquote. Bis zu eine Million Zuschauer verfolgten das historische Ereignis via ORF eins mit.
„Wir sind die größte Sensation in dem Turnier, aber auch die Art und Weise wie wir in den drei Spielen aufgetreten sind, gegen besser gerankte Teams kaum Chancen zugelassen haben, ist ein Wahnsinn“, resümierte der gebürtige Wiener. „Ich hatte schon volles Vertrauen in die Spielerinnen, aber dass es dann in diesem Ausmaß funktioniert, wir so am Platz stehen, ist schon genial“, ergänzte er.
Thalhammer nutzte auch die Gelegenheit, um sich neben den Spielerinnen, Betreuern und Fans im Stadion sowie vor den Fernsehbildschirmen auch bei seiner Familie zu bedanken. „Meine Frau und meine beiden Kinder geben mir viel mentale Kraft und Stärke“, betonte der 46-Jährige.
Die Familie muss jetzt noch einige Tage länger auf ihn verzichten. Am Sonntag steht in Tilburg das Viertelfinale an. Der ÖFB-Stab rechnete fix mit Spanien als Gegner. Deshalb wurde auch auf eine weitere England-Spionagereise verzichtet, ÖFB-Sportdirektor Willi Ruttensteiner und Markus Hackl sahen sich beide die Partie Spaniens gegen Schottland am (heutigen) Donnerstabend in Deventer an.
„Wir haben uns auch im Vorfeld schon mit der Gruppe D beschäftigt, Videos eingeholt, jetzt wird die Analyse intensiver und geht noch mehr ins Detail“, gab der ÖFB-Coach Einblick. Die „Überstunden“ nimmt das Analyseteam gerne in Kauf.
Die Spielerinnen waren auch am Donnerstag noch ziemlich müde. Auch deshalb ging es im „Partybus“ von Rotterdam nach Wageningen deutlich ruhiger als nach den Partien gegen die Schweiz (1:0) und Frankreich (1:1) zu. „Wir waren alle ein bisschen erledigt, haben uns ziemlich zurückgehalten“, sagte Offensivspielerin Laura Feiersinger, die den freien Donnerstagnachmittag in einem von ihrer Familie gemieteten Haus verbringen wollte.
Die Discokugel war aber doch teilweise in Betrieb. Gesungen wurde neben „I am from Austria“ auch das umgedichtete „Holland ist nur einmal im Jahr“ und das Teamlied „Johnny Depp Depp Depp“. „Anfangs war es wirklich sehr ruhig, weil wir in der Kabine schon extrem gefeiert hatten, dann haben wir aber doch noch ein bisschen Party gemacht“, schilderte Sarah Zadrazil.
Im Hotel „De Wageningsche Berg“ wurden sie mit einem Schild und Luftballons gebührend empfangen. Danach fiel es den ÖFB-Akteurinnen schwer, einzuschlafen. „Da gehen einem so viele Szenen und Emotionen durch den Kopf“, sagte Zadrazil. Nach dem Aufwachen sei einfach nur ein Glücksgefühl dagewesen, auch beim Blick auf das Handy mit mehreren hundert Nachrichten.
Es folgte eine Regenerationseinheit für die Stammelf, der Rest trainierte auf dem Platz. Zuvor gab es für die Spielerinnen wie immer als Motivation die besten Szenen vom Spiel noch einmal präsentiert. „Morgen schauen wir darauf, was zu verbessern ist und übermorgen dann auf den nächsten Gegner“, sagte Thalhammer zur Planung. Am Sonntag hofft der ÖFB auf noch mehr Fan-Unterstützung, deshalb wird eine Fan-Busreise nach Tilburg angeboten.