Europas Ölkonzerne wieder auf Vormarsch - Doch Sparen bleibt nötig
Paris/Madrid/London (APA/dpa) - Europas Ölkonzerne kehren langsam aber sicher zu alter Stärke zurück. Im ersten Halbjahr haben die französis...
Paris/Madrid/London (APA/dpa) - Europas Ölkonzerne kehren langsam aber sicher zu alter Stärke zurück. Im ersten Halbjahr haben die französische Total, die spanische Repsol und die britische Royal Dutch Shell ihre Gewinne gesteigert und jeweils die Erwartungen der Analysten übertroffen.
Dabei war es nicht nur die Förderung von Öl und Gas („Upstream“), die gut lief. Auch beim Geschäft mit Raffinerien und der Petrochemie („Downstream“) fielen die Ergebnisse zum Teil deutlich besser aus.
So nahm Royal Dutch Shell in seiner Downstream-Sparte mit 4,7 Mrd. Dollar (4 Mrd. Euro) in den ersten sechs Monaten fast 40 Prozent mehr ein, als noch ein Jahr zuvor. Beim Upstream ging es sogar um fast 70 Prozent nach oben, was dem Unternehmen unter dem Strich einen Gewinn von 7,36 Mrd. Dollar einbrachte.
Bei Repsol änderte sich das Downstream-Geschäft nicht wesentlich, wohl aber das Upstream-Geschäft. Hier hat sich der Nettogewinn in der Fördersparte im Vergleich zum Vorjahr fast verdreifacht, wodurch das Unternehmen unter dem Strich etwas über eine Milliarde Euro verdiente. Als Grund für den Erfolg nannten die Spanier zum einen die leicht angezogenen Ölpreise aber auch die reduzierten Betriebskosten.
Sparen spielt auch bei Total eine große Rolle: Der französische Konzern will seine Kosten im laufenden Jahr um weitere 3,5 Mrd. Dollar drücken. Dabei ist Total nach Angaben von Unternehmenschef Patrick Pouyanne schon jetzt zu neuer Finanzkraft gekommen. Tatsächlich konnten die Franzosen ihren Netto-Schuldenstand von Jänner bis Juni im Vergleich zum Vorjahr von rund 30 Mrd. Dollar auf etwa 22 Mrd. Dollar abbauen. Pouyanne äußerte sogar neue Übernahmefantasien: Nun habe man die Flexibilität, sich das niedrige Preisumfeld zunutze zu machen und gewinnbringende Projekte zu starten, indem man „zu günstigen Konditionen zukaufe“.
Was die Sparbemühungen angeht, sieht es bei Shell nicht anders aus. Auch deren Chef Ben van Beurden erklärte, wegen des Preisumfeldes sowie der aktuellen Entwicklung im Energiesektor bei den Kosten oder neuen Projekten weiterhin „sehr diszipliniert“ vorgehen zu müssen. In den letzten vier aufeinanderfolgenden Quartalen habe der Ölpreis bei durchschnittlich knapp unter 50 Dollar gelegen. Noch vor drei Jahren kostete ein Fass Rohöl der Nordseesorte Brent über 100 Dollar.
~ ISIN FR0000120271 ES0173516115 GB00B03MLX29 WEB http://www.total.com/
http://www.shell.com/ ~ APA437 2017-07-27/16:07
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