Todesstrafe ist in Israel abgeschafft - Ausnahme bei Nazi-Verbrechern
Jerusalem/Wien (APA) - Vor mehr als 50 Jahren ist in Israel per Gesetz die Todesstrafe abgeschafft worden. Nur ein Mal wurde sie aufgrund ei...
Jerusalem/Wien (APA) - Vor mehr als 50 Jahren ist in Israel per Gesetz die Todesstrafe abgeschafft worden. Nur ein Mal wurde sie aufgrund einer Sonderregelung trotzdem vollstreckt - am Naziverbrecher Adolf Eichmann im Jahre 1962, heißt es im Internetportal „israelnetz“.
Israel hatte am 16. Februar 1954 (am 26. Shevat 5764 des jüdischen Kalenders) die Todesstrafe aus seinem zivilen Strafgesetzbuch verbannt. Damit ist es einer der wenigen Staaten in der Region, der diese Strafe nicht mehr anwendet beziehungsweise vorsieht, es sei denn gegen Naziverbrecher.
In den Nachbarstaaten Israels werden Todesstrafen aus politischen Gründen oder gemäß dem islamischen Gesetzbuch, Sharia, ausgesprochen. Im Iran wird auch die Steinigung durchgeführt, deren Ziel ein schmerzlicher, langsamer Tod des Opfers ist.
In den Palästinensischen Autonomiegebieten (PA) wurden laut „Amnesty International“ im Jahr 2001 13 Menschen zum Tode verurteilt und drei hingerichtet. Den meisten der innerhalb der PA verurteilten Menschen wurde zur Last gelegt, mit Israel „kollaboriert“ zu haben. Im Juni 1997 gab PLO-Chef Yasser Arafat den Befehl, die Todesstrafe auf Palästinenser anzuwenden, die Land an Juden verkauften, schreibt „israelnetz“.
Israels einziger mit dem Tode Bestrafter war der 1962 in Buenos Aires aufgespürte „SS-Obersturmbannführer“ Adolf Eichmann. Nach vier Monaten Gerichtsverhandlungen wurde er wegen „Tötens von Millionen von Juden“ und wegen „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ verurteilt und am 31. Mai 1962 in Ramle hingerichtet. Sein Körper wurde verbrannt und die Asche über dem Mittelmeer verstreut, jenseits von israelischem Gewässer. Auf diese Weise wurde auch die Todesstrafe außer Landes gebracht.
Nun fordert der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu die Todesstrafe für den palästinensischen Attentäter, der in einer Siedlung im besetzten Westjordanland drei Israelis erstochen hatte. „Die Todesstrafe für Terroristen - es ist Zeit, sie in schweren Fällen anzuwenden“, sagte Netanyahu am Donnerstag.