Bezirk Landeck

Die Venetbahn feiert ihr halbes Jahrhundert

Einsteigen, Gondel fährt ab: Auf 50 Jahre Venetbahn sind die Vorstände stolz – Peter Vöhl, Wolfgang Jörg und Siegmund Geiger (v. l.).

Mit Preisen wie vor 50 Jahren lockt die Venetbahn am 12. und 13. August zur Jubiläumsfeier auf den Hausberg des Talkessels Landeck/Zams.

Von Toni Zangerl

Zams, Landeck –Als am 17. Juni 1967 – also vor gut 50 Jahren – die Konzessionsurkunde für die 1966/67 erbaute Venetbahn ausgestellt wurde, war dies der Start zu einem wichtigen Kapitel dieser Freizeiteinrichtung im Talkessel Landeck/Zams.

Am Wochenende 12./13. August feiert nun das Unternehmen, das mehrheitlich den Gemeinden Landeck, Zams und dem TVB TirolWest gehört, sein Jubiläum – mit zahlreichen interessanten Veranstaltungen und Angeboten am gesamten Berg.

An beiden Tagen gibt es ein umfangreiches Rahmenprogramm für Kinder und Erwachsene, regionale kulinarische Höhepunkte, Frühschoppen und Bergmesse bei der Bergstation am Krahberg und auf der Zammer Alm.

Alle Infos dazu sind unter www.venet.at und auf Facebook zu finden.

Mit Preisen wie damals im Jahr 1967 wollen der Vorstand und die Führung des Unternehmens die Gäste zur Teilnahme an der Jubiläumsfeier animieren. „50 Jahre, 50 Cent“ – so nennt Venet-Beirat Karl Lenhart, der seit rund fünf Jahren dem Berg neues Leben einzuhauchen bemüht ist, die Fahrpreisgestaltung. „Eigentlich wären es umgerechnet 1,50 Euro, aber an der Talstation wird ein Körberl aufliegen – und wenn jemand mehr als die symbolischen 50 Cent einwirft, sind wir auch sehr dankbar.“

Dass die finanzielle Situation des Unternehmens just im Jubiläumsjahr erstmals in der 50-jährigen Geschichte erfreulich ist, freut die drei Vorstände – Landecks Bürgermeister Wolfgang Jörg, seinen Vize Peter Vöhl und den Zammer Amtskollegen Siegmund Geiger. „Erstmals liegen wir aktuell leicht im Plus“, verriet Jörg. Mehr Details wurden aber noch nicht verraten.

Dass die Venetbahn in den vergangenen fünf Jahrzehnten eine bewegte Geschichte hatte, begann bereits Jahre vor ihrer Errichtung. Erbaut von April 1966 bis Juni 1967 gab es schon im Jahr 1952 Überlegungen im damaligen „Fremdenverkehrsverband Landeck und Umgebung“ (FVV) „einen Lift im Talkessel zu bauen“.

Am 31. August 1959 wurde ein Proponentenkomitee mit Bürgermeister Ehrenreich Greuter und FVV-Obmann Anton Fink gegründet und die Finanzierung sah Eigenmittel durch private Aktienzeichner und ERP-Mittel vor. 1962 war auch die Trassenführung fix und 1965 auch die Finanzierung und Bauzusage.

Das Grundkapital betrug 12 Millionen Schilling: Landeck 3,6 Mio., Zams 1,9 Mio., FVV 1,5 Mio. und Einzelpersonen 5 Mio. Schilling. Die Gesamtbaukosten betrugen 37,2 Millionen Schilling. Am 8. Dezember 1967 fand die Eröffnungsfeier statt.

Finanziell war es um das Unternehmen nie zum Besten bestellt. „Angestellte Rentabilitätsberechnungen erwiesen sich als falsch, die normalen Einnahmen würden nicht einmal den laufenden Betriebsaufwand und die Zinsen decken“, hieß es 1969 in einem Gutachten. Aktuell will Landeck eine Änderung des Beteiligungsschlüssels 50:50 – der Abschied der Politiker aus dem Vorstand und die Installierung eines hauptamtlichen Geschäftsführers wird angestrebt.

Wesentliche Aufgaben warten nämlich: In zehn Jahren (2027) läuft die Konzession der Gondelbahn ab. Ein neues Tragseil und laufende Investitionen sind Fakt.

Die Prämisse für die Verantwortlichen ist aber klar: „Die Venetbahn muss weiterbestehen.“