Frauen-Fußball-EM: Rendi-Wagner zu ÖFB-Damen: „Vorbildwirkung“

Wien (APA) - Das große Interesse am aktuellen Erfolgslauf der österreichischen Fußballerinnen bei der Frauen-EM in den Niederlanden spielt a...

Wien (APA) - Das große Interesse am aktuellen Erfolgslauf der österreichischen Fußballerinnen bei der Frauen-EM in den Niederlanden spielt auch in den Diskussionen um die große Lohn- und Pension-Schere eine Rolle. Frauenministerin Pamela Rendi-Wagner (SPÖ) äußerte sich am Donnerstagabend in der „Zeit im Bild 2“ des ORF zur großen Vorbildwirkung, die dem ÖFB-Damen-Team nach dem Viertelfinal-Einzug zukommt.

„Eine großartige Leistung für Frauen in Österreich. Es ist zweifelsohne ganz wichtig auch für Frauen und Mädchen in Österreich, dass hier gezeigt wird, Frauen, Mädchen können alles. Sie können perfekt international erfolgreichen Fußball spielen“, meinte Rendi-Wagner und fügte optimistisch hinzu: „Ich gehe davon aus, dass sie ins Finale einziehen werden.“

In Anbetracht dessen, dass Frauen in Österreich für dieselbe Arbeit pro Stunde 21,7 Prozent weniger verdienen als Männer (EU-Schnitt: 16,3 Prozent) bzw. in der Pension rund 40 Prozent weniger bekommen, müsse man diese Symbolik nun nutzen. „Wir müssen diese positive Energie unbedingt in unsere tägliche Arbeit mitnehmen. (...) Eigentlich darf man keinen Unterschied mehr machen zwischen Männer- und Frauen-Fußball. Es ist dieselbe Sportart, es ist derselbe Rasen, es ist dieselbe Anzahl von Spielern, dieselbe Spieldauer. Es ist das Gleiche und ich würde mir wünschen, dass wir nicht mehr diese Unterschiede machen, das gilt für andere Sportarten gleichermaßen“, erklärte die Frauenministerin.

Auf dem Papier, sprich dem Gehaltszettel, ist der Unterschied freilich noch weit eklatanter als im „normalen“ Berufsleben. „Unsere Recherchen gehen soweit hin, dass ca. 70 Prozent der Frauen umsonst spielen. Ca. 20 Prozent bekommen eine minimale Aufwandsentschädigung und die restlichen ca. 10 Prozent sind im Bereich wie es im Männer-Fußball ca. im der Landes- und Regionalliga vorherrschend ist“, erklärte Gernot Baumgartner von der Vereinigung der Fußballer (VdF) gegenüber dem ORF. Änderungen könne es nur geben, wenn auch wirtschaftlich mitgezogen wird. Die Organisatoren bzw. der ÖFB müssten diesen Hype nun nutzen, „um den Frauen-Fußball auch wirtschaftlicher zu machen“.

Während ihre männlichen Kollegen im Spitzenbereich Millionenbeträge pro Jahr verdienen, bewegt sich das Jahresgehalt für die Besten der Damen zwischen 15.000 und 70.000 Euro pro Jahr. „Das muss geändert werden. Weil es auch eine Vorbildwirkung hat, und weil vor allem Profisportarten so eine symbolisch starke bildhafte Wirkung haben und ein großes Vorbild für Mädchen und Frauen in Österreich sind“, erklärte Frauenministerin Rendi-Wagner dazu.