Innsbruck land

In Wattenberg ist Feuer am Polit-Dach

Der Umbau der Wattenberger Volksschule (Bild) ist Teil des umstrittenen Großprojekts. Für heftige Diskussionen in der kleinen Gemeinde sorgt aber vor allem die geplante Sanierung des Feuerwehrhauses.
© Domanig

Rund um ein Großprojekt mit Schulhausumbau und Feuerwehrhaus-Sanierung sind die Fronten verhärtet – zwischen den großen Gemeinderatslisten, aber auch im Verhältnis zu Feuerwehr und Musikkapelle.

Wattenberg –Die politische Gesamtsituation in der kleinen Gemeinde Wattenberg ist verfahren: Zwischen den beiden großen Gemeinderats-listen ist das Gesprächsklima derzeit völlig am Boden, auch zwischen der Gemeindeführung und der Musikkapelle sowie der Freiwilligen Feuerwehr sind die Fronten verhärtet.

Hauptgrund ist ein großes Gesamtprojekt, das den Umbau des Volksschulgebäudes samt neuer Kinderkrippe, Veranstaltungssaal und Vereinsräumlichkeiten umfasst, ebenso die Sanierung des bestehenden Feuerwehrhauses. Letzteres, so der Plan der Gemeindeführung, soll künftig ganz der Feuerwehr zur Verfügung stehen, die Musikkapelle – derzeit im ersten Stock untergebracht – ins Schulhaus wechseln. Die Kosten für das Großvorhaben belaufen sich auf ca. 3,2 Mio. Euro, wovon die Sanierung des Feuerwehrhauses 468.000 Euro ausmacht. Das Gesamtkonzept hat der Gemeinderat bereits im Jänner beschlossen – gegen die Stimmen der Liste „Unser Wattenberg“.

GV Johann Geißler jun. – Kapellmeisterstellvertreter der Musikkapelle – nennt dafür diverse Gründe: So sei der geplante neue Standort bei der Schule von der Zufahrts- und Parkplatzsituation her als Musikprobelokal ungeeignet. „Wir kommen da mit dem 50-sitzigen Bus, mit dem wir zu den Ausrückungen fahren, gar nicht hinaus.“ Zudem seien die neuen Vereinsräume für insgesamt sieben Vereine gedacht: „Da sind Reibereien vorprogrammiert.“ Und Saal brauche man auch keinen, „wir haben drei Gasthäuser“. Der Feuerwehr sei mit der Lösung ebenso wenig gedient, so Geißler: „Der erste Stock, den sie dazubekommt, wäre nur ein Aufenthaltsraum, der nützt ihnen nichts.“ Stattdessen würden die Florianijünger eine Vergrößerung des Feuerwehrhauses im Parterre wollen – und die Musikkapelle wolle bleiben. Generell seien die künftigen Nutzer zu wenig in die Planungen einbezogen worden, sagt Geißler.

Das lässt BM Franz Schmadl (Bürgerliste) nicht gelten: Gerade mit Feuerwehr und Musik habe es eine Vielzahl von Gesprächen gegeben. Im bestehenden Probelokal zu bleiben, sei für die Kapelle auf Dauer schon aus Sicherheitsgründen nicht möglich – etwa wegen fehlender Fluchtwege. Dem Wunsch der Feuerwehr, im bisherigen Haus zu bleiben, trage man voll Rechnung. Eine Erweiterung im Parterre sei aber nicht möglich, „weil die Gemeinde dafür weder den Grund noch das Geld hat“.

Schmadl sieht in der Sanierung des Feuerwehrhauses eine deutliche Verbesserung – und drängte mehrfach auf eine Abstimmung des Feuerwehrausschusses. „Wir brauchen als Gemeinde eine Entscheidung.“ Auch LHStv. Josef Geisler habe einen Beschluss bis 28. Juli gefordert, „aber die Feuerwehr weigert sich, darüber abzustimmen“, ärgert sich Schmadl. Eine Stellungnahme, unterschrieben von mehreren Vorstandsmitgliedern, in dem diese sich gegen das Projekt aussprechen, „lasse ich nicht als Abstimmung gelten“, erklärt Schmadl. Wie es nun weitergehe, müsse mit dem Büro von LHStv. Geisler abgeklärt werden. Feuerwehrkommandant Walter Egger war für die TT urlaubsbedingt nicht zu erreichen.

Zum äußerst hitzigen Polit-Klima trägt übrigens auch eine bereits im Frühjahr eingebrachte Aufsichtsbeschwerde von „Unser Wattenberg“ gegen Bürgermeister und Vizebürgermeister bei. Kritisiert wird darin u. a., dass es für die Ausschreibung der Planungsleistungen beim Großprojekt keinen Gemeinderatsbeschluss gegeben habe. (md)

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