Schüler in Fügen wünschen sich ein Jugendzentrum
Bei einer Befragung an den Fügener Schulen sehen 82 Prozent den Bedarf eines Jugendtreffs. Für die Gemeinde ist es eine Kostenfrage.
Von Angela Dähling
Fügen –Braucht Fügen ein Jugendzentrum? Das kann nach einer Befragung der Schüler in der NMS1+2, der Polytechnischen Schule und der Fröhlichschule mit „Ja“ beantwortet werden. „Wir haben 480 gültige Fragebögen retour erhalten. Auf 82 Prozent davon wird sich klar dafür ausgesprochen“, erklärte Marco Schmitt, Leiter der slw-Jugendhilfe in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Aus Fügen haben sich 151 Schüler an der Befragung beteiligt, aus Hart 67 und von auch den Jugendlichen aus den weiteren Gemeinden des Schulsprengels im Vorderen Zillertal kamen Signale pro Jugendzentrum.
Auch der Frage nach gewünschten Öffnungstagen und -zeiten ging man nach. Vor allem am Freitag und Samstag ist das Interesse an einem Jugendtreff groß. Dass viele sich bereits ab 14 Uhr eine Öffnung wünschen, sollte laut Schmitt zu denken geben. BM Dominik Mainusch stellte klar, dass kein Parallelangebot zur bestehenden schulischen Nachmittagsbetreuung gewünscht sei und sich die Jugendzentrumstüren vor ca. 16 Uhr nicht öffnen würden.
Bei Fragen zur Ausstattung wurde eines deutlich: Mindestens zwei Räume (einer davon ein Chill-/bzw. Ruheraum) sind gewünscht und kostenloses WLAN steht ganz oben auf der Bedarfsliste – gefolgt von einem Medien-/Eventraum mit Barbereich und Musik. Martina Steiner von Pojat (Projekt offene Jugendarbeit) stellte klar, der Wunsch nach einer Bar sei nicht mit dem Wunsch nach Alkoholkonsum gleichzusetzen. „Im Gegenteil, es geht nur um ein geselliges Zusammensitzen.“
Interessant auch die Reaktionen, ob Beratung gewünscht sei und welcher Art diese sein sollte. Auch hier ein mehrheitliches „Ja“ und zwar vor allem zur Berufsberatung. Tipps in puncto Ernährung und Gesundheit sind ebenfalls sehr gefragt, gefolgt von Mobbing- und Konfliktberatung. Aus ihrem reichen Erfahrungsschatz ließen Monika Wallenta und Wawa Klikova, Betreuer im Jugendtreff in Kramsach, die Mandatare profitieren. Zwischen 34 und 60 Jugendliche treffen sich dort an vier Öffnungstagen zwischen 16 und 21 Uhr.
GR Maria Stöckl bezifferte die laufenden Ausgaben, die auf die Gemeinde zukämen, mit ca. 43.000 €. Je mehr Gemeinden aus dem Schulsprengel sich anschließen, umso höher würden Förderungen ausfallen. Wie berichtet, könnte der einstige Kindergarten für den Jugendtreff adaptiert werden. BM Mainusch: „Als Nächstes wird ein Raumkonzept erstellt, dann ein Baumeisterangebot eingeholt. Es muss finanzierbar sein.“ Damit bleibt die Realisierung eines Jugendtreffs noch offen.