Wespen wenig beeindruckt von Pestiziden

Wien (APA) - Pestizide in der Landwirtschaft und der Verlust von Lebensraum werden für viele Insektenarten zum Problem. Wespen zeigen sich d...

Wien (APA) - Pestizide in der Landwirtschaft und der Verlust von Lebensraum werden für viele Insektenarten zum Problem. Wespen zeigen sich davon aber wenig beeindruckt. „Sie kommen gut zurecht mit dem, was sie in der menschlichen Umgebung finden und sind nicht so angewiesen auf natürliche Nahrung“, sagte die Biologin Dominique Zimmermann am Freitag zur APA. Kälte und Regen hindern sie jedoch am Wachstum.

Ob Schinken vom Picknicktisch oder Süßspeisen: Wespen naschen gerne beim Menschen mit. Für die Aufzucht der Larven sammeln sie herzhafte, eiweißreiche Nahrung, für sich selbst bevorzugen sie Zuckerhältiges. Gibt es insgesamt weniger Insekten, könne sich das aber sehr wohl auf die Wespen übertragen, die sich auch von anderen Insekten ernähren, erklärte Zimmermann, wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Naturhistorischen Museum.

Im heurigen Jahr gebe es vergleichsweise wenige Wespen, berichtete die Deutsche Presse-Agentur am Freitag. Schuld sei der viele Regen, denn Wespen mögen es am liebsten trocken, warm und heiß. Der Sommer habe dieses Jahr recht spät begonnen, erklärte die österreichische Biologin, warum dieses Jahr auch in Österreich weniger Wespen zu sehen sein könnten. „Je früher Wespen beginnen, Futter zu sammeln, umso schneller kann das Volk auch wachsen. Kälte und Regenfälle hindern sie daran“, sagte sie.

Da Wespen nur stechen, wenn sie sich bedroht fühlen oder gequetscht werden, riet die Biologin dazu, sich ruhig zu verhalten und die Wespe möglichst gelassen zu verscheuchen. Kommt es zu einem Stich, soll die betroffene Stelle geschont und zum Beispiel der Fuß hochgelagert werden, empfahl Andreas Steiner, Vorstand der Dermatologischen Abteilung im Krankenhaus Hietzing. „Wenn die Schwellung und Rötung rund um den Wespenstich überdimensional ausgeprägt sind oder von diesem entfernt auftreten, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht und ein Allergietest gemacht werden“, sagte Steiner im APA-Gespräch. Eine Wespenallergie führe zu massiver Rötung, Schwellung, Nesselausschlag, im schlimmsten Fall zu Atemnot und Tod. Allergiker sollen deshalb immer ihr Notfallpaket aus Adrenalin und Antihistaminika mitführen.

Laut ÖTC-Flugrettung gab es in diesem Jahr weder auffällig wenige noch auffällig viele Einsätze wegen Insektenstichen. Die Wespensaison habe aber erfahrungsgemäß erst im August ihren Höhepunkt, hieß es vonseiten des ÖAMTC.