Tennis: „Generali Open“ auch ohne Thiem mit gutem Vorverkauf

Kitzbühel (APA) - Auch ohne Österreichs Topstar Dominic Thiem, der dieses Jahr eine andere Turnierplanung hat, ist der Vorverkauf für das „G...

Kitzbühel (APA) - Auch ohne Österreichs Topstar Dominic Thiem, der dieses Jahr eine andere Turnierplanung hat, ist der Vorverkauf für das „Generali Open“ in Kitzbühel ähnlich gut gelaufen wie im Vorjahr. Turnierdirektor Alexander Antonitsch blickte am Freitag zuversichtlich in die nächste Auflage des mit 520.070 Euro dotierten Events.

Mit dem topgesetzten Pablo Cuevas (URU/ATP-26.), Fabio Fognini (ITA/31.), David Ferrer (ESP/33.), Titelverteidiger Paolo Lorenzi (ITA/36.), Gilles Simon (FRA/39.) und Altstar Tommy Haas, der dieses Jahr seine Abschiedstour absolviert, hat Kitzbühel wieder ein illustres, wenn auch mit älteren Spielern gespicktes Feld aufzubieten. Aus österreichischer Sicht ruhen die Hoffnungen auf zwei Wild-Card-Spielern. Vorjahres-Halbfinalist Gerald Melzer sowie Sebastian Ofner, der nach der verletzungsbedingten Absage von Jürgen Melzer dessen „Freikarte“ übernahm und erstmals im Kitzbüheler Hauptbewerb steht.

„Der Vorverkauf war sehr gut, wir sind auf dem Vorjahresniveau. Die Wahrheit gibt es dann halt an der Tageskassa“, sagte Antonitsch am Freitag gegenüber der APA - Austria Presse Agentur. Die Zuschauerzahlen wären aber auch abhängig davon, ob dem einen oder anderen Österreicher eine Überraschung gelingt.

„Von der Draw her kann man nicht davon ausgehen, dass wir einen Österreicher im Semifinale haben, es wäre vom Ranking her keiner im Hauptfeld gewesen“, erklärte der Kärntner Turnierboss. Antonitsch ist zuversichtlich, dass man die größte Zugnummer, Dominic Thiem, bald wieder in Kitzbühel sehen wird. Thiem selbst hatte ja angekündigt, dass er in den nächsten Jahren wieder in Tirol spielen möchte. „Wir werden alles daran setzen, und wissen, dass er gerne hier spielt. Nichtsdestotrotz verstehen wir auch, was er da heuer vorhat“, äußerte Antonitsch auch Verständnis für Thiems Ausrichtung. „Wir hoffen, dass er sich möglichst bald fürs Masters qualifiziert, weil das für das ganze Tennis gut ist.“

Thiem spielt ja anstelle von Kitzbühel kommende Woche beim ATP-500-Turnier in Washington und ist dann auch schon in Sachen Jet lag und Hartplatz besser auf die großen Turniere in Montreal, Cincinnati und dann die US Open vorbereitet und umgestellt. Der schon für dieses Jahr angestrebte Termintausch mit Umag steht daher auf der Wunschliste der Kitzbüheler Veranstalter ganz oben für 2018. „Eine Chance gibt es immer. Die Frage wird nur sein, ob wir die ATP soweit kriegen, dass wir das schon vorab machen“, erklärte Antonitsch. 2019 ist ja ohnehin ein größerer Umbau im ATP-Kalender vorgesehen. Umag möchte den Termin Kitzbühels übernehmen und sein Turnier auf Hartplatz austragen, Kitzbühel wäre dann zwei Wochen früher.

Seit Wimbledon wurde intern bei der ATP der Diskussionsprozess, wie der ideale Turnierplan für die Spieler ab 2019 aussehen könnte, intensiviert.

In Kitzbühel konzentriert man sich vorerst auf dieses Jahr. Auf der Anlage gab es wieder größere Umstellungen. So wurde auf den Nebenplätzen der Grand Stand verlegt und mit einer 1.200 Leute fassenden Tribüne versehen, auch der Platz „Küchenmeister“ erhielt eine Tribüne für rund 800 Fans.

In Sachen Umbau des Stadions, das eine vergrößerte VIP-Lounge mit Verglasung und auch darunter eine neue Players Lounge etc. bekommen sollte, wäre man zum sofortigen Handeln bereit. Die Pläne sind fertig, drei Viertel der Finanzierung durch den Kitzbüheler Tennisclub (KTC), Stadt und Land sind gesichert. „Drei sind an Bord, wir warten nur noch auf den Bund“, erklärte Antonitsch. KTC-Präsident Herbert Günther, der ja auch Architekt ist, hat Kosten von 5,2 Mio. Euro und eine Bauzeit von sechs Monaten veranschlagt. Ob die Gelder vom Bund allerdings wie erhofft noch 2017 kommen, ist aufgrund der anstehenden Nationalratswahl wohl unwahrscheinlich.