Santos: Papst-Besuch in Kolumbien ist „Botschaft der Versöhnung“
Bogota/Vatikanstadt (APA) - Nach den Worten von Kolumbiens Staatspräsident Juan Manuel Santos kommt Papst Franziskus im September „mit einer...
Bogota/Vatikanstadt (APA) - Nach den Worten von Kolumbiens Staatspräsident Juan Manuel Santos kommt Papst Franziskus im September „mit einer Botschaft der Versöhnung nach Kolumbien“. Der geplante Papstbesuch komme „zu einem ganz besonderen Moment“, sagte er am Freitag im Interview der Deutschen Welle in Bonn, wie Kathpress meldete.
Franziskus sehe den Besuch als ersten Schritt zur Versöhnung. „Und diese braucht das Land“, so der Friedensnobelpreisträger. „Nach 53 Jahren beenden wir einen bewaffneten Konflikt und müssen Frieden schaffen“, sagte Santos. Dies brauche Zeit. Der Papst komme, um die Kolumbianer hierbei zu unterstützen. „Kolumbien ist nach dem Frieden mit der FARC kein Paradies auf Erden.“ Es gebe noch viele Probleme. Seine Regierung verhandle derzeit mit der kleineren Guerilla-Bewegung ELN. Auch hier sei Frieden das Ziel.
Auf den Kampf gegen eines der Probleme will die Regierung beim Papst-Besuch mit einer besonderen Maßnahme aufmerksam machen: Unternehmen, die in den Korruptionsskandal rund um den brasilianischen Baukonzern Odebrecht verwickelt sind, werden offenbar von der logistischen Organisation des Besuchs von Papst Franziskus im September in Kolumbien ausgeschlossen. Kolumbiens Vizepräsident Oscar Naranjo bestätigte laut kolumbianischen Medienberichten vom Donnerstag (Ortszeit) eine entsprechende Transparenz-Offensive.
Papst Franziskus reist vom 6. bis 11. September nach Kolumbien und besucht die Hauptstadt Bogota sowie die Städte Villavicencio, Medellin und Cartagena. Zentrales Thema der Reise ist der Friedensprozess nach den erfolgreichen Verhandlungen zwischen der Guerilla-Organisation FARC und der kolumbianischen Regierung. Höhepunkt des Besuchs ist die Seligsprechung des Bischofs, Sozialpioniers und Friedensaktivisten Jesus Emiio Jaramillo Monsalve, der 1989 von der ELN-Guerilla entführt und ermordet wurde, sowie auch des Priesters Pedro Maria Ramirez Ramos, der schon kurz ach Beginn des kolumbianischen Bürgerkriegs - im April 1948 - wegen seines Glaubens ermordet wurde. Franziskus ist nach Paul VI. (1968) und Johannes Paul II. (1986) der dritte Papst, der nach Kolumbien kommt, so Kathpress.