Erste Liga

Wattens mit starker Antwort, Wacker-Sturmlauf blieb unbelohnt

Goldtorschütze Milan Jurdik (l.) wusste, bei wem er sich bedanken musste, und fiel Vorlagengeber Lukas Katnik in die Arme.
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Die WSG Wattens gewann 1:0 bei Lieblingsgegner FC Liefering. Der FC Wacker musste sich beim Heimauftakt der Sky Go Erste Liga mit einem 0:0 gegen Außenseiter Kapfenberg zufriedengeben.

Von Tobias Waidhofer und Wolfgang Müller

Grödig – Dass die WSG Wattens am Freitag beim FC Liefering ihr „Heil in der Defensive“ suchen würde, wie Trainer Thomas Silberberger vor dem Anpfiff in das Sky-Mikrofon diktierte, schien logisch. Nach den Niederlagen gegen Bad Gleichenberg (1:5) und Hartberg (0:1) war das Selbstvertrauen schon einmal größer, außerdem ist ein „offenes Visier“ gegen ein spielstarkes Team wie Liefering ganz allgemein nicht unbedingt empfehlenswert.

Trotzdem waren die Tiroler zu Beginn das aktivere Team. Vor allem Pranter-Ersatz Dino Kovacec sorgte für Unruhe. Die besten Chancen zur Führung hatten die Wattener durch einen Mader-Freistoß (13.) und einen Jurdik-Schuss (16.). Defensiv zeigte man sich ebenfalls bestens positioniert.

So übernahmen die Jung-Bullen erst Mitte der ersten Halbzeit das Kommando. Spannende Szenen blieben aber Mangelware. Und wenn es doch einmal gefährlich wurde, war Goalie Ferdl Oswald zur Stelle. Das 0:0 war das logische Halbzeit-Ergebnis.

Der zweite Durchgang begann mit Chancen auf beiden Seiten: Zuerst scheiterte Patson Daka an Oswald (50.), auf der anderen Seite wurde ein Jurdik-Schuss gerade noch abgeblockt (52.). Dann schlug der Verletzungsteufel zu – für die angeschlagenen Sandro Neurauter (Cut nach Zusammenstoß mit Gugganig) und Drazen Kekez (Ferse) kamen nach einer Stunde Sebastian Santin und Kevin Nitzlnader ins Spiel. Irgendwie wirkte es dann so, als ob beide Teams mit dem 0:0 leben konnten. Von wegen! In der 74. Minute lupfte Kovacec den Ball in den Strafraum, dort behielt Lukas Katnik die Übersicht und legte perfekt für Milan Jurdik auf – die 1:0-Führung. Silberberger reagierte schnell und brachte Innenverteidiger Steinlechner für Torschütze Jurdik. Das half, den Sieg über die Zeit zu bringen. Der FC Liefering bleibt ein Wattener Lieblingsgegner.

Schwarzgrüner Sturmlauf blieb unbelohnt

„Das Resultat ist extrem bitter, weil der Auftritt der Mannschaft voll in Ordnung war. Der Ball wollte halt einfach nicht ins Tor“, bilanzierte Trainer Karl Daxbacher nach dem 0:0 gegen die Kapfenberger am Freitag enttäuscht. Zunächst wurden vor 2805 Zuschauern Ex-Kapitän Alex Hauser und Kampfmaschine Sebastian Siller verabschiedet, dann stürmten die Tiroler praktisch über die gesamte Spielzeit ambitioniert, aber letztlich vergeblich Richtung Steirer-Tor.

Dass man sich an Kapfenberg nur allzu leicht die Zähne ausbeißen kann, bekam Christoph Freitag bereits nach sechs Minuten zu spüren. Der Wacker-Kapitän „schluckte“ den Schuh eines Gegenspielers, erlitt eine blutende Wunde im Gesicht, wurde an der Seitenlinie behandelt und musste sein Trikot wechseln. Damit war den Schwarzgrünen schnell klar, dass es alles, nur kein Spaziergang gegen die extrem defensiv eingestellten Steirer werden würde. Trotz zahlreicher Chancen verabsäumte es der FC Wacker, mit einer Führung in die Halbzeit zu gehen. Angefangen von einem Jamnig-Kopfball (14.) und einem Schuss von Harald Pichler (18.) nach Ecke von Martin Harrer, hätte vor allem Eler-Nachfolger Zlatko Dedic mit Fuß bzw. Kopf die Tiroler in Führung bringen können. Zunächst übersah der Slowene den völlig freien Jamnig (44.) und knapp vor dem Pausenpfiff setzte er einen Kopfball nach Flanke von Michael Schimpelsberger an die Querlatte. Kapfenberger Chancen? Fehlanzeige. Die Falken waren hauptsächlich mit ihrem Abwehrriegel beschäftigt.

Gleiches Spiel nach dem Wechsel. Wacker drängte, Kapfenberg stand tief und machte die Räume rund um den eigenen Sechzehner dicht. Michael Schimpelsberger (50.) prüfte Goalie Paul Gartler, der längst fällige Führungstreffer lag in der Luft, ließ aber auf sich warten. Dazu trug auch Schiedsrichter Stefan Ebner bei, der bei einem Foul von Manuel Haas an Harrer beide Augen zudrückte. Geduld war gefragt und vor allem Konzentration, denn die Steirer lauerten auf entscheidende Konter und hatten durch Mladen Jutric (57.) auch die Chance zur Führung. Daxbacher reagierte und brachte mit Stefan Rakowitz und Okan Yilmaz frische Offensivkräfte. Als die aufopfernd kämpfenden Tiroler in der 87. Minute die Doppelchance durch Rakowitz und Harrer vergaben, ein Elferfoul von Rieder am Brasilianer Perez zum Glück übersehen wurde, Freitag mit einem Kopfball in der 93. Minute noch am starken Goalie Gartler scheiterte, war die Nullnummer zum Heimauftakt endgültig besiegelt. „Wir waren in allen Statistiken klar vorne, nur ein Tor wollte einfach nicht gelingen. Daher kann man auch nicht zufrieden sein“, so FCW-Stürmer Flo Jamnig.