UBS auch im zweiten Quartal mit Gewinn in Milliardenhöhe
Zürich (APA/sda) - Die UBS verbucht zum zweiten Mal in Folge einen Quartalsgewinn in Milliardenhöhe. Der gesunkene Risikopuffer der Bank gib...
Zürich (APA/sda) - Die UBS verbucht zum zweiten Mal in Folge einen Quartalsgewinn in Milliardenhöhe. Der gesunkene Risikopuffer der Bank gibt allerdings zu reden. 2,44 Mrd. Franken (2,2 Mrd. Euro) hat die größte Schweizer Bank von Jänner bis Juni unter dem Strich verdient.
Im zweiten Quartal resultierte ein Reingewinn von 1,17 Mrd. Franken, um 14 Prozent mehr als im Vorjahr. Während die Bank die operativen Kosten gegenüber 2016 um 160 Mio. Franken senken konnte, legten die Erträge um 560 Mio. auf 14,80 Mrd. Franken zu. Die UBS sieht sich denn auch auf Kurs, das angestrebte Sparziel von 2,1 Mrd. Franken bis Jahresende zu erreichen.
„In Anbetracht der Marktbedingungen haben wir im zweiten Quartal ein sehr gutes Ergebnis erzielt“, kommentierte Konzernchef Sergio Ermotti am Freitag die Leistung seiner Bank.
Am meisten verdient die UBS nach wie vor mit der Verwaltung von Vermögen reicher Privatkunden. Hier betrug der Vorsteuergewinn im ersten Halbjahr weltweit 1,82 Mrd. Franken, nach 1,52 Mrd. Franken im Vorjahr. Allein im zweiten Quartal sammelte die Bank bei den reichen Kunden netto 7,5 Mrd. Franken ein. Die Zuflüsse kamen hauptsächlich aus der internationalen Vermögensverwaltung außerhalb Nordamerikas.
Der Höhenflug an den Börsen beflügelte auch die Gewinne der Investmentbank, obwohl deren risikoreiches Geschäft im Zuge der Finanzkrise radikal gestutzt worden war. Die Geschäftseinheit verdiente mit dem Handel an der Börse, der Beratung bei Fusionen und Übernahmen sowie der Unternehmensfinanzierung im ersten Halbjahr 931 Mio. Franken. Das sind satte 73 Prozent mehr als im Vorjahr.
Einen Gewinnrückgang muss die UBS dagegen im heimischen Markt hinnehmen. Die Strafzinsen, welche die Bank auf Guthaben bei der Schweizerischen Nationalbank (SNB) bezahlen muss, führten erwartungsgemäß dazu, dass der Überschuss im Schweizer Geschäft um einen Drittel auf 356 Mio. Franken einbrach.
Über alle Bereiche gesehen, erzielte die UBS einen Vorsteuergewinn von 1,50 Mrd. Franken und damit nur unwesentlich mehr als im Vorjahr.
Mehr als die insgesamt soliden operativen Zahlen gibt der gesunkene Risikopuffer der UBS zu reden. Die harte Kernkapitalquote (CET1) schrumpfte im zweiten Quartal auf 13,5 von 14,1 Prozent per Ende März. Die Regulierer hatten verlangt, dass die Bank einige ihrer Aktiven im Wert von rund 15 Mrd. Franken als risikoreicher einstuft.
Konzernchef Ermotti zeigte sich darob etwas verärgert. Die Unsicherheiten in Bezug auf die Regulierung seien nach wie vor groß. Die Bank erwartet im weiteren Jahresverlauf denn auch eine neuerliche Erhöhung der risikoreichen Aktiven um 6 Mrd. Franken.
In Bezug auf die Kapitalisierung der Bank gab sich Ermotti allerdings gelassen. „Wir fühlen uns absolut wohl mit unseren Kapitalpositionen“, sagte er an einer Telefonkonferenz.
Für das Gesamtjahr gibt sich die UBS optimistischer als auch schon: Die Stimmung und das Vertrauen der Anleger hätten sich verbessert, was zu einer erhöhten Aktivität in der Vermögensverwaltung geführt habe, heißt es.
Zu den laufenden milliardenschweren Rechtsstreitigkeiten - der Auseinandersetzung mit dem US-Justizministerium wegen Tricksereien am US-Immobilienmarkt und dem Steuerstreit in Frankreich - gab es nichts Neues. Die zusätzlichen Rückstellungen für Rechtsfälle betrugen in den Monaten April bis Juni insgesamt 9 Mio. Franken. Im Vorquartal waren an gleicher Stelle noch 33 Mio. und vor einem Jahr 72 Mio. Franken verbucht worden.
Die französischen Behörden werfen der UBS vor, reichen Franzosen geholfen zu haben, Geld vor dem Fiskus zu verstecken. Es ist einer der größten noch offenen Rechtsfälle für die UBS. Die Bank weist sämtliche Vorwürfe zurück.
~ ISIN CH0247704312 WEB http://www.ubs.com ~ APA361 2017-07-28/14:26