Volksbanken zahlen dem Bund 2017 zwei Raten Staatsgeld ab
Wien (APA) - Die Volksbanken sollen weiter eisern sparen. Trotzdem bekommt der Staat früher sein Geld zurück als vorgegeben. Ende 2016 überw...
Wien (APA) - Die Volksbanken sollen weiter eisern sparen. Trotzdem bekommt der Staat früher sein Geld zurück als vorgegeben. Ende 2016 überwiesen die Volksbanker knapp 50 Millionen als erste Tranche von 300 Mio. Euro an Partizipations-Kapital, das an den Bund zurückfließen muss. Im Frühjahr 2017 flossen 12 Mio. Euro. Heuer steht noch eine zweite Überweisung an. Das muss die Europäische Zentralbank billigen.
Bis 2020 will Volksbank-Wien-Chef Gerald Fleischmann das ganze verbliebene Staatsgeld zurückgezahlt haben. Zeit wäre bis 2023. Mit dem Staatsgeld wurde einst das frühere Spitzeninstitut ÖVAG gerettet. Die 300-Millionen-Schuld war nach mehreren Kapitalschnitten bei der damaligen Krisenbank als Rückzahlungspflicht übrig geblieben. Seit der Zerschlagung der ÖVAG ist die Volksbank Wien das Spitzeninstitut. Der Staat ist mit 25 Prozent an der Volksbank Wien beteiligt. Diese 25 Prozent gehen zurück an die Volksbanken-Genossenschaften, sobald die 300 Millionen ganz getilgt sind.
Im übrigen mussten auch die „Rebellen“, die im Streit um Fusionen aus dem Volksbankenverbund austraten, ihren Anteil an der Staatsgeldrückzahlung berappen. Das waren die Volksbanken Gmünd/Osttirol (jetzt Dolomitenbank) sowie Gänserndorf (jetzt Marchfeld-Bank). Nach anfänglichem Widerstand wurde letzte Woche hingegen die Volksbank Almtal Teil der Volksbank OÖ.
Fleischmann sprach am Freitag von einer „Rosskur“, die die Gruppe hinter sich hat. In zwei Jahren wurden 45 Fusionen durchgezogen, auf jetzt 13 Banken. In den nächsten drei Monaten stehen noch vier Fusionen an, dann ist die „Zielstruktur“ von acht regionalen Volksbanken (je eine pro Bundesland/außer Burgenland) und einer Spezialbank (Ärzte-/Apothekerbank) fertig.
Im Sommer wird jetzt auch die Sparda Bank mit der Volksbank Wien fusioniert, deren vida-gewerkschaftsnahe Mitbesitzer bekommen Aktien der Volksbank Wien. Die einst als „Eisenbahnerbank“ bekannte genossenschaftliche kleine Bank soll als Marke bleiben. Mit den Sparda-Filialen ist die Volksbank Wien dann auch selber in westlichen und südlichen Bundesländern aktiv. Vor allem aber will Fleischmann ein besonderes Sparda-Asset österreichweit ausrollen: Die Vermittlung von Bankgeschäften über Betriebsräte.
Durch die Volksbankenfusionen ist die Zahl der Zweigstellen in Österreich von fast 500 auf 360 geschrumpft, die Mitarbeiterzahl sank in zwei Jahren von 4.600 auf 4.000. Dabei wurden Sozialpläne gezogen. Betriebsbedingte Kündigungen gab es nicht. „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht“, sagt Fleischmann. Es wird weitere Effizienzsteigerungen geben. Die bisher niedrig zweistelligen Gewinne müssten bald dreistellig werden. Die Kosten-Ertrags-Relation ist mit 80 noch deutlich zu hoch. Ziel sind 60.
„Bisher haben wir uns auf das Fusionieren konzentriert, jetzt geht es ans Optimieren“, sagte Fleischmann. Verkaufen will er beispielsweise die vielen Gebäude, die nach den Fusionen jetzt zum Teil leer stehen, meist in Zentren von Bezirksstädten. Man wolle die Immobilienbesitztümer nach unten fahren. Stille Reserven schlummerten in den Liegenschaften aber nicht. Vielmehr sei der Erhalt mit Kosten verbunden.
Die fünftgrößte österreichische Bankengruppe stellt ihre Geschäftspolitik auf ein „Hausbankmodell“ ab. 95 Prozent des Kreditgeschäfts ist regionales österreichisches Geschäft. Mit dem Verlauf im ersten Halbjahr ist der Vorstand zufrieden: 10 Prozent höhere Provisionserträge, 30 Prozent mehr Wertpapierumsatz, Spareinlagen und Kreditvergabe zeigten deutlich nach oben.
~ WEB http://www.volksbankwien.at/ ~ APA370 2017-07-28/14:43