Fußball-Frauen-EM: Halbfinale gegen Deutschland wäre „Megatraum“

Wageningen (APA) - Das Interesse an Österreichs Fußball-Frauen-Nationalteam wird größer und größer. Das wird auch bei den Medienterminen im ...

Wageningen (APA) - Das Interesse an Österreichs Fußball-Frauen-Nationalteam wird größer und größer. Das wird auch bei den Medienterminen im EM-Quartier in Wageningen deutlich. Vor allem deutsche Journalisten haben das ÖFB-Team mittlerweile für sich entdeckt. Das ist auch verständlich, könnte es doch im Halbfinale in Breda am 3. August zum Klassiker kommen. Darauf hoffen beide Lager.

„Das wäre natürlich ein Megatraum, der Wahnsinn“, sagte ÖFB-Abwehrspielerin Carina Wenninger. Auch für Stürmerin Nicole Billa wäre das Prestigeduell ein Traum. „Wir haben schon ein Trainingsspiel gegen sie hinter uns, und ich glaube, da ist noch eine Revanche offen. Wir würden uns gerne dem Spiel stellen“, verlautete die Tirolerin. Am 22. Oktober 2016 hatte die ÖFB-Elf nach starker Vorstellung in Regensburg 2:4 verloren, Laura Feiersinger (48.) und Nina Burger (54.) hatten die ÖFB-Tore erzielt.

Der Blick der ÖFB-Kickerinnen ist aber noch nicht so weit nach vorne gerichtet. Der volle Fokus gilt dem Duell mit Spanien am Sonntag in Tilburg. „Wir haben davor noch ein ganz wichtiges Spiel zu spielen“, betonte Wenninger. Und Sarah Zadrazil ergänzte: „Wir versuchen das Halbfinale auszublenden, wenn es wirklich dazu kommen sollte, wäre es natürlich unglaublich.“ Die Deutschen müssen zuvor am Samstag noch Dänemark aus dem Bewerb werfen.

Kontakt zwischen deutschen und österreichischen Spielerinnen gibt es während der EM reichlich. Kein Wunder, spielen doch gleich 14 der 23 ÖFB-EM-Heldinnen in Deutschland. Wenninger hat etwa zu Leonie Maier und Sara Däbritz Kontakt. „Von Facetime über WhatsApp bis hin zu Sprachnachrichten war alles dabei“, sagte die Bayern-Legionärin. Bisher habe man einander immer gegenseitig die Daumen gedrückt. Am Samstag und Sonntag hoffentlich zum letzten Mal. Danach soll es zum direkten Duell kommen.

Österreichs Erfolge werden nicht nur in der Heimat honoriert, wo der ORF die Spiele mittlerweile live auf ORF eins überträgt und gute Quoten erzielt. Österreich gegen Spanien wird nun auch im Vorabendprogramm der ARD zu sehen sein. „Wenn fast von einem Tag auf den anderen plötzlich so viel Interesse da ist, ist das was sehr Schönes“, freute sich Billa.

Für sie fühlt sich der EM-Lauf noch immer ein bisschen unrealistisch und wie ein Traum an. Der soll aber am Sonntag noch nicht zu Ende gehen. Auch dank der laut ihr mittlerweile „weltweit bekannten“ Mentalität des ÖFB-Teams.

Laut Wenninger ist Erfolgstrainer Dominik Thalhammer ein Trumpf für ihr Team. „Er hat eine sehr angenehme Art und Weise und momentan eine gewisse Lockerheit, die der Mannschaft sehr gut tut. Wenn man einen Trainer vorne stehen hätte, der von sich aus schon Hektik reinbringt, wäre es schwierig, das würde sicher auf die Spielerinnen abfärben“, fand die Innenverteidigerin lobende Worte für den 46-Jährigen, der auch einen „guten Schmäh“ hat.

Spaß zu haben ist auch für die Spielerinnen wichtig, die am Freitag beim Frühstück Ersatz-Torfrau Jasmin Pfeiler anlässlich ihres 33. Geburtstages hochleben ließen. „Wir sind eine offene, sehr ehrliche Mannschaft, immer mit Humor dabei, es gibt bei jedem Spaß“, gab Billa Einblick.

Auch deshalb kommt in Wageningen nach mehr als zwei Wochen noch kein Lagerkoller auf. „Es kommt einem nicht so vor, als wären wir schon so lange hier, es vergeht jeder Tag sehr schnell“, sagte Offensivspielerin Laura Feiersinger. Sie muss am Sonntag aufpassen, ihr droht bei einer weiteren Gelben Karte genauso wie auch Nina Burger, Virginia Kirchberger und Zadrazil eine Sperre im Halbfinale.