Frankfurter Börse
Frankfurt am Main (APA/dpa-AFX) - Am deutschen Aktienmarkt ist es auch am Freitag noch etwas weiter abwärts gegangen. Die Anleger seien derz...
Frankfurt am Main (APA/dpa-AFX) - Am deutschen Aktienmarkt ist es auch am Freitag noch etwas weiter abwärts gegangen. Die Anleger seien derzeit überwiegend unsicher und nutzten selbst kleinste Erholungen zum Ausstieg, schrieben die Experten vom Börsenstatistik-Magazin Index Radar. „Gerade vor dem Wochenende stellen sich die Investoren doch lieber auf die sichere Seite“, sagte auch Marktexperte Andreas Lipkow von der Comdirect Bank.
Der DAX ging mit einem Abschlag von 0,40 Prozent auf 12.162,70 Punkte aus dem Handel. Auf Wochensicht büßte der Leitindex damit 0,60 Prozent ein. Auf die jüngsten Daten zum Wirtschaftswachstum der USA hatte der DAX kaum reagiert. Die US-Wirtschaft hatte nach einem schwachen Jahresstart im Frühjahr wieder Fahrt aufgenommen.
Die Hoffnung auf eine Erholung in Richtung 13.000 Punkte beim DAX habe sich zunächst endgültig zerschlagen, kommentierte Analyst Milan Cutkovic von AxiTrader und erwartet bald eher einen Test der 12.000 Punkte-Marke. Sein Rekordhoch bei 12.951 hatte der DAX vor gut fünf Wochen erreicht, unter 12.000 Punkte war er zuletzt vor etwas mehr als drei Monaten gerutscht.
Der MDAX ging mit minus 0,69 Prozent auf 24.689,17 Punkte ins Wochenende. Der TecDAX sank um 1,10 Prozent auf 2.258,28 Zähler.
Auch zum Wochenausklang bewegten Quartalszahlen die Indizes, allen voran die Zahlen von Adidas. Der Sportartikelhersteller begeisterte mit angehobenen Jahreszielen, nachdem er zuvor deutlich besser als erwartete Quartalszahlen gemeldet hatte. Die Adidas-Papiere schnellten auf ein Rekordhoch bei 193,70 Euro. Mit einem beeindruckenden Plus von 8,79 Prozent auf 192,55 Euro gingen sie schließlich ins Wochenende.
Nur die Papiere von ProSiebenSat.1 legten im 30 Werte umfassenden DAX noch zu, allerdings deutlich moderater mit knapp einem Prozent.
Dagegen befanden sich die Autowerte erneut im Abwärtssog. Die Entscheidung des Verwaltungsgerichts Stuttgart zur Luftreinhaltung wird nach Ansicht des Autoexperten Ferdinand Dudenhöffer gravierende Folgen für Dieselfahrer haben. Die Gebrauchtwagenpreise dürften nun in den Keller gehen, sagte der Professor der Universität Duisburg-Essen dem Südwestrundfunk. Die Daimler-Aktien rutschten um 0,73 Prozent ab. BMW und Volkswagen verloren noch etwas mehr. Am Morgen hatte zudem eine Warnung von Renault vor Preisdruck auf vielen Märkten den europäischen Autosektor belastet.
Der Industriegase- und Anlagenhersteller Linde konnte zudem mit seinen Geschäftszahlen nicht überzeugen. Das operative Ergebnis habe nur wegen eines Sondereffekts über den Erwartungen gelegen, monierten Analysten. Die Aktien verloren 2,15 Prozent.
Im TecDAX gewannen die Papiere von Nemetschek nach zunächst hohen Verlusten 5,44 Prozent. Das deutlich schwächere operative Ergebniswachstum im zweiten Quartal sei einer verschobenen Produkteinführung geschuldet gewesen, hieß es seitens des Bausoftware-Herstellers.
Der Triebwerkshersteller MTU hob seine Umsatzprognose an und konkretisierte den Ergebnisausblick. Im ersten Halbjahr hatte der MDAX-Konzern weiteren Rückenwind von einem starken Wartungsgeschäft bekommen. Den Aktien nutzte dies allerdings nichts. Sie büßten 2,11 Prozent ein. Auch die Titel von Wacker Chemie profitierten nur kurz von einer Anhebung der Jahresergebnis-Prognose nach einem robusten Quartal, gingen schließlich aber mit einem Verlust von 1,17 Prozent ins Wochenende.
~ ISIN DE0008469008 ~ APA507 2017-07-28/18:33