Salzburger Festspiele - Beifall für gespenstische „Geburtstagsfeier“
Salzburg (APA) - Mit freundlichem Applaus ist heute, Freitag, Abend die zweite Schauspielpremiere der diesjährigen Salzburger Festspiele auf...
Salzburg (APA) - Mit freundlichem Applaus ist heute, Freitag, Abend die zweite Schauspielpremiere der diesjährigen Salzburger Festspiele aufgenommen worden. Im Landestheater setzte Andrea Breth „Die Geburtstagsfeier“ von Harold Pinter als gespenstischen Thriller am Rande des Absurden in Szene - ein handwerkliches Bravourstück, in dem die Schauspielerriege zu brillieren vermag.
Das 1958 uraufgeführte Stück des Nobelpreisträgers ist ohnehin stark verrätselt: In einer heruntergekommenen Strandpension wird der einzige Dauergast von der Gastgeberin umsorgt und verhätschelt. In diese seltsame Idylle brechen zwei Fremde ein, die sich ungewöhnlich benehmen und den Gast nicht nur zu kennen scheinen, sondern ihm gegenüber offenbar auch einen Auftrag auszuführen zu haben.
Es beginnt ein Spiel um Macht und Gewalt, das nicht nur hervorragend zum Generalmotto der diesjährigen Festspiele, die sich mit Spielarten von Macht beschäftigen, passt, sondern von Andrea Breth auch in jeder Sekunde der knapp drei Stunden Spieldauer mit Bedeutung aufgeladen wird.
In einem mehrdeutigen Bühnenbild von Martin Zehetgruber, in dem Innen- und Außenräume ineinander verwoben sind, und zu beunruhigenden Zwischenmusiken von Bert Wrede liefern Roland Koch und Oliver Stokowski als ebenso perfides wie komisches Agenten-Duo eine präzise Choreografie von Gewaltausübung. Max Simonischek ist ihr Opfer, Nina Petri und Andrea Wenzl sind zwei Frauen, die sich bereitwillig in ihre Gewalt begeben, während Pierre Siegenthaler als Hausherr der einzige ist, der Lunte riecht, doch auf verlorenem Posten steht.
Die Koproduktion mit dem Burgtheater wird ab Herbst im Wiener Akademietheater zu sehen sein.
(S E R V I C E - Harold Pinter: „Die Geburtstagsfeier“, Deutsch von Michael Walter. Regie: Andrea Breth, Bühne: Martin Zehetgruber, Kostüme: Jacques Reynaud, Musik: Bert Wrede. Mit: Pierre Siegenthaler - Petey, Nina Petri - Meg, Max Simonischek - Stanley, Roland Koch - Goldberg, Oliver Stokowski - McCann, Andrea Wenzl - Lulu. Salzburger Festspiele in Koproduktion mit dem Burgtheater, Landestheater Salzburg, Weitere Aufführungen: 30., 31.7., 2., 3., 5., 7., 10., 12., 13.8., Karten: 0662/8045-500, www.salzburgerfestspiele.at, Premiere im Akademietheater: 3.9., 19 Uhr)
(A V I S O - Die APA wird morgen, Samstag, eine ausführliche Premierenkritik versenden.)