Stimmung in Venezuela vor Abstimmung aufgeheizt

Caracas (APA/Reuters) - Kurz vor der umstrittenen Wahl zu einer verfassungsgebenden Versammlung ist die Lage in Venezuela angespannt. Demons...

Caracas (APA/Reuters) - Kurz vor der umstrittenen Wahl zu einer verfassungsgebenden Versammlung ist die Lage in Venezuela angespannt. Demonstranten blockierten Straßen, um die für Sonntag geplante Abstimmung in letzter Minute zu verhindern. Rund 200.000 Soldaten sollen die Wahl schützen. Die Opposition rief trotz des Verbots zu weiteren Protestaktionen auf.

Die Regierung hat Demonstrationen bis Dienstag untersagt und droht Bürgern bei Zuwiderhandlung mit langen Haftstrafen. Aus Furcht vor Engpässen bei Unruhen oder einer Schließung der Geschäfte horteten etliche Bürger Lebensmittelvorräte. Beobachter fürchten eine weitere Eskalation.

Seit dem Beginn von Massendemonstrationen im April starben mehr als 100 Menschen. Die Opposition lehnt die Wahl ab. Sie wirft dem sozialistischen Präsidenten Nicolas Maduro vor, damit diktatorische Vollmachten anzustreben. Umfragen zufolge lehnen 70 Prozent der Bürger die Verfassungsversammlung ab.

Am Donnerstag hatte die Opposition zu einem Generalstreik aufgerufen. Er wurde jedoch nicht in dem Maße befolgt wie ein Ausstand in der vergangenen Woche. Mit der Protestwelle soll Maduro zur Absage der Wahl gezwungen werden. Die Versammlung könnte die Verfassung ändern und das derzeit von der Opposition dominierte Parlament auflösen.

Die Gegner von Maduro werfen ihm vor, eine Diktatur und einen staatlichen Umbau nach dem Vorbild Kubas anzustreben. Sie fordern vorgezogene Präsidenten- und Parlamentswahlen. Die USA haben mit Sanktionen gegen einflussreiche Personen aus Regierung, Militär und dem staatlichen Ölunternehmen PDVSA auf die Pläne Maduros reagiert.