Internationale Pressestimmen zur Politik von US-Präsident Trump

Washington (APA/dpa) - Internationale Tageszeitungen kommentieren am Sonntag die Politik von US-Präsident Donald Trump und die Spannungen im...

Washington (APA/dpa) - Internationale Tageszeitungen kommentieren am Sonntag die Politik von US-Präsident Donald Trump und die Spannungen im Weißen Haus. Der „The Observer“ (London) schreibt:

„Das Gefühl, dass in Washington alles in die Binsen geht, ist deutlich spürbar - und es ist Anlass für international zunehmende, ernsthafte Sorgen. Donald Trumps jüngster idiotischer Akt von Symbolpolitik - der erzwungene Rücktritt seines Stabschefs Reince Priebus - hat ein Schlaglicht auf das außerordentliche Chaos im Weißen Haus geworfen. Selbst erfahrene und normalerweise nüchterne Washington-Beobachter sprechen in Bezug auf den West Wing (wo sich im Weißen Haus die offiziellen Räumlichkeiten des US-Präsidenten befinden) von einem Schlangennest, in dem Rivalitäten und bittere Fehden ausgetragen werden und das bei grober Inkompetenz und einem beispiellosen Führungsvakuum. Trump setzt sich für das einfache Publikum in der Art eines clownesken Schurken von Shakespeare in Szene. Er ist ein Falstaff ohne dessen Humor und Selbstbewusstheit, ein feiger und angsteinflößender Richard III., der keinen blassen Schimmer hat. (...) Die Welt ist Zeuge eines Dramas, dessen Hauptopfer anscheinend das hilflose amerikanische Publikum, Amerikas System der Gewaltenteilung und seine Reputation als Leuchtturm der Demokratie sind.“

„Neue Zürcher Zeitung am Sonntag“:

„Es war die bis jetzt turbulenteste Woche im Weißen Haus seit Donald Trumps Amtsübernahme. Sogar als Beobachter in der Ferne geriet man zunehmend in Atemnot. (...) Vorläufiger dramatischer Höhepunkt: Der Präsident feuerte seinen Stabschef Reince Priebus. Das Weiße Haus ist zu einem Zirkus verkommen. Mit der Entlassung von Priebus, einem etablierten Republikaner, macht Trump klar, wen er in seiner Manege dirigieren will: bedingungslos loyale, schrill geschmückte Pferdchen, nicht republikanische Parteisoldaten. Er ist sich des Applauses des amerikanischen Publikums so sicher, dass er glaubt, mit seiner Partei brechen und ohne diese regieren zu können. Das kann auf längere Frist nicht gutgehen.“