Olympische Spiele

Liste Fritz will Van der Bellen-Stellungnahme zu Bewerbung

Fritz Dinkhauser und Andrea Haslwanter-Schneider
© Dähling

Obmann Fritz Dinkhauser meint, Österreichs Staatsoberhaupt müsste sich eigentlich gegen „diesen Wahnsinn“ aussprechen.

Innsbruck – In der Frage einer Bewerbung Tirols für die Olympischen Winterspiele 2026 erwartet sich die oppositionelle Liste Fritz, die sich vehement gegen das Großereignis ausspricht, eine Positionierung von Bundespräsident Alexander Van der Bellen. Als „Obergrüner“ und Tiroler wäre ein „Wort der Mahnung“ angebracht, sagte Obmann Fritz Dinkhauser im Interview mit der APA.

Eigentlich müsste sich das Staatsoberhaupt gegen „diesen Wahnsinn“ aussprechen, meinte Dinkhauser. Klubobfrau Andrea Haselwanter-Schneider habe auch bereits um einen Termin in dieser Causa bei Van der Bellen angefragt, ein solcher sei in Aussicht gestellt worden, so der Liste-Fritz-Namensgeber und Gründer. Eine von Land Tirol und Stadt Innsbruck in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie hatte „redimensionierte Spiele“ für möglich bzw. machbar erachtet. Am 15. Oktober - zeitgleich mit der Nationalratswahl - findet nun in Tirol eine Volksbefragung über ein „Ja“ oder „Nein“ zu Olympischen Spielen statt.

„Milliardenwahnsinn“

Dinkhauser und Haselwanter-Schneider warnten indes einmal mehr vor den immensen Kosten, die auf die Steuerzahler zukommen würden. „Das ist ein absoluter Milliardenwahnsinn auf Kosten der Leute“, polterte Dinkhauser. Es gebe Kosten, die „auf dem Tisch liegen, und solche, die unter dem Tisch liegen“, ergänzte Haselwanter-Schneider. Zu den angeblich unter dem Tisch liegenden Kosten würden jene für das Sicherheitskonzept zählen. Diese könnten bis zu 1,4 Milliarden Euro ausmachen, sagte die Klubobfrau und verwies auf die Ausgaben für die Sicherheit, die im Falle einer erfolgreichen Bewerbung Hamburgs für Olympische Sommerspiele angefallen wären. Diese hätten nämlich genau jene 1,4 Milliarden Euro ausgemacht.

Auch gebe es keine Wettkampfstätte, bei der nicht Adaptierungsbedarf gegeben sei, sah Haselwanter-Schneider einen weiteren Kostenfaktor. Profitieren von Olympia 2026 in Tirol würden zudem aufgrund der internationalen Ausschreibung ausländische Firmen - und nicht heimische, argumentierte Dinkhauser.

„Begleitende Kontrolle“ durch den Rechnungshof

Haselwanter-Schneider führte in Sachen Olympia auch bereits ein Gespräch mit Rechnungshof-Präsidentin Margit Kraker. Sie habe dabei eine begleitende Kontrolle durch den Rechnungshof angeregt. Dieser solle das Projekt Olympia „anschauen und begleiten“ – was abgeschlossene Teilbereiche wie etwa die Machbarkeitsstudie betreffe. Kraker habe sich im Gespräch hinsichtlich von Prüfungsmöglichkeiten „bedeckt“ gehalten, räumte Haselwanter-Schneider ein. Denn prinzipiell übersteige die Prüfung eines noch nicht abgeschlossenen Events die Kompetenz des Kontrollorgans.

Dinkhauser und Haselwanter-Schneider kündigten jedenfalls an, in einer Kampagne für ein „Nein“ der Tiroler Bevölkerung zu werben. Sollte die Volksbefragung jedoch mit einem „Ja“ enden, werde die Liste bei ihrem Standpunkt bleiben und dies auch im Landtagswahlkampf zum Thema machen.

Wieder mehr „mitmischen“Dinkhauser, will im Wahlkampf für die Tiroler Landtagswahl am 25. Februar kommenden Jahres wieder verstärkt persönlich mitmischen. Er werde sich „mehr einbringen und engagieren“ als im Landtagswahlkampf 2013, sagte Dinkhauser im Interview mit der APA. Wahlziel bleibe die Verdoppelung der derzeit zwei Mandate.

Als Hauptgründe für seinen verstärkten Einsatz führte Dinkhauser die geplante Bewerbung Tirols für Olympische Winterspiele 2026 und die „Frage der sozialen Gerechtigkeit“ an. Hauptziel bleibe es, die ÖVP in Tirol aus der Regierung zu drängen. „Die Tiroler ÖVP ist in sich nicht erneuerbar“, so Dinkhauser. Er schloss eine mögliche Regierungszusammenarbeit mit der Volkspartei kategorisch aus. „Mit dieser ÖVP können wir uns nicht ins Bett legen“, stieß Haselwanter-Schneider ins selbe Horn. Die Chancen auf eine Landesregierung ohne ÖVP schätzten beide Politiker aber als eher gering ein. Denn die Politiker der anderen Parteien in Tirol sind schließlich laut Dinkhauser „mausgrau und regierungsgeil“.

Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) hingegen setze die falschen Prioritäten. „Er ist nicht Bürgerhauptmann, sonder Brennerhauptmann“, spielte Dinkhauser auf die immer wieder in den Raum gestellten Grenzkontrollen am Brenner an. Der Landeshauptmann erledige seine Hausaufgaben nicht, so Dinkhauser, um dann zu ergänzen: „Aber er ist ja immer noch der Beste. Es ist ja kein Angebot da. Denn die meisten anderen, die für den Job infrage kommen würden, sind ja leider Hosenscheißer.“

Die Liste Fritz hatte im Jahr 2008 - nicht zuletzt im Windschatten des Agrargemeinschafts-Themas - aus dem Stand 18,35 Prozent eingefahren und der ÖVP eine empfindliche Niederlage zugefügt. 2013 rutschte sie dann - ohne Dinkhauser als Spitzenkandidat - auf 5,61 Prozent ab.

(APA)