Deutsche Ministerin nach Hubschrauber-Absturz bei Bundeswehr in Mali
Berlin (APA/AFP/dpa) - Wenige Tage nach dem Absturz eines Kampfhubschraubers der deutschen Bundeswehr in Mali ist Verteidigungsministerin Ur...
Berlin (APA/AFP/dpa) - Wenige Tage nach dem Absturz eines Kampfhubschraubers der deutschen Bundeswehr in Mali ist Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen zu einem Besuch in das afrikanische Krisenland gereist. Im Bundeswehrcamp im malischen Gao wollte sich von der Leyen am Sonntag unter anderem über den Stand der Untersuchungen zu dem Absturz informieren und an einem Feldgottesdienst teilnehmen.
Die Leichen der zwei bei dem Hubschrauber-Absturz ums Leben gekommenen Soldaten, ein 33-jähriger Major und ein 47-jähriger Stabshauptmann, waren am Samstag in die Heimat überführt worden. Am Abend erwiesen ihre Kameraden ihnen auf dem Flughafen Köln-Wahn die letzte Ehre. An der Zeremonie nahm auch von der Leyen vor ihrem Abflug teil.
In Gao sagte die Ministerin später, sie habe den Tag mit den Soldatinnen und Soldaten verbringen wollen, um nach dem „schrecklichen“ Absturz „Raum und Zeit zu lassen für viele Gespräche“. Ihr sei es zudem wichtig, dass die Absturzursache „mit der gebotenen Sorgfalt“ aufgeklärt werde.
Ermittler der Bundeswehr untersuchen derzeit vor Ort, was zu dem Unglück am Mittwoch führte. Das Untersuchungsteam fand am Samstag einen der beiden Flugschreiber, wie das Verteidigungsministerium weiter mitteilte. Das Gerät sei beschädigt, deshalb sei unklar, ob es ausgelesen werden könne. Nach dem anderen Flugschreiber werde weiter gesucht.
Der Kampfhubschrauber vom Typ Tiger war am vergangenen Mittwoch etwa 70 Kilometer nordöstlich von Gao abgestürzt. Die Bundeswehr unterstützt die EU-Ausbildungsmission EU sowie in Gao die UNO-Mission MINUSMA, die als einer der gefährlichsten UNO-Einsätze weltweit gilt. Ziel ist die Stabilisierung des krisengeschüttelten Landes.
Der Norden des armen westafrikanischen Landes geriet 2012 nach einem Militärputsch vorübergehend in die Hände islamistischer und anderer Rebellengruppen. Sie konnten erst nach einer Intervention französischer Streitkräfte zurückgedrängt werden. Die UNO-Mission soll nun zur Umsetzung eines Friedensabkommens zwischen Regierung und Rebellen von 2015 beitragen. In der ehemaligen Rebellenhochburg sind derzeit mehr als 890 deutsche Soldaten stationiert.
Von der Leyen sagte dazu, sie habe mit ihrem Besuch auch den deutschen Soldaten den „Rücken stärken“ wollen für ihren Einsatz im Rahmen der UNO-Friedensmission, von deren Erfolg letzten Endes auch die „Stabilität Deutschlands, aber auch Europas“ abhänge. Der deutsche Beitrag sei ein „wichtiger Pfeiler, unverzichtbar“. 890 Soldaten
Nach dem Besuch im Camp will von der Leyen auf der mehrtägigen Reise zahlreiche politische Gespräche unter anderem mit den nigrischen und malischen Staatspräsidenten und Verteidigungsministern führen. Auch die französische Verteidigungsministerin Florence Parly will sie treffen.
Auch das österreichische Bundesheer ist laut seinem Internetportal in Mali mit 14 Soldaten an der EUTM sowie mit fünf Personen an der MINUSMA beteiligt.
(Bundesheer-Auslandseinsätze: http://go.apa.at/4QSdNnhu)
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