Verein „RollRinn“ hat sich nach 17 Jahren aufgelöst

Aus für die renommierte Behindertensportveranstaltung: Nach dem Rückzug des bisherigen Vorstands waren keine Nachfolger zu finden.

© RollRinn

Von Michael Domanig

Rinn –Der Verein „RollRinn“, der mit der alljährlichen Behindertenskisportveranstaltung gleichen Namens internationales Renommee erworben hat, hat sich nach 17 Jahren aufgelöst. Die Generalversammlung habe sich kürzlich mit großer Mehrheit für diesen Schritt ausgesprochen, bestätigt der langjährige Obmann Bernhard Triendl.

Verein und Veranstaltung waren im Jahr 2000 mit dem primären Ziel gegründet worden, dem Behindertensport eine breitenwirksame Bühne zu bieten und die Athleten zu unterstützen. „Nachdem der ÖSV den Behindertensport inzwischen mit aufgenommen hat, haben wir uns auch verstärkt auf die Unterstützung in Not geratener Familien konzentriert“, erklärt Herbert Peer, der für den Verein als Kassier tätig war. Mithilfe von Freiwilligen, Partnern und Sponsoren gelang es, in 17 Jahren rund 300.000 Euro an Spenden zu sammeln.

Doch die Großveranstaltung sei auch stets mit einem „riesigen Aufwand“ verbunden gewesen, betont Triendl. „Der Großteil des Ausschusses ist seit 17 Jahren im Einsatz. Nach dem 15-Jahr-Jubiläum ließen wir uns noch einmal überreden, weiterzumachen. Aber jetzt geht es sich privat und beruflich einfach nicht mehr aus.“ Bis zum Schluss habe man versucht, einen Nachfolgervorstand zu finden, doch das sei nicht gelungen: „Die Jungen in unserem Verein sahen sich nicht darüber hinaus, auch aus beruflichen Gründen“, er habe dafür vollstes Verständnis.

Welche Dimensionen „RollRinn“ erreicht hatte, zeigte sich bei der 17. Auflage im heurigen Jänner: Da maßen sich 70 Behindertensportler aus 16 Nationen, darunter allein 30 Gäste aus China. Zugleich trafen einmal mehr behinderte und nichtbehinderte Sportler aufeinander. Rund 300 Ehrenamtliche standen im Einsatz, insgesamt 5000 Besucher verfolgten das dreitägige Sport- und Musikprogramm.

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Natürlich sei es schade um die eingeführte Marke, die bei Behindertensportlern weltweit ein Begriff war, sind sich Triendl und Peer einig. „Aber wir freuen uns auch über das Erreichte“, sagt Triendl. Zugleich sei er „froh, dass der Druck weg ist. Meine Töchter haben mich seit 17 Jahren in der Weihnachtszeit und zu Neujahr nur beim Vorbereiten für RollRinn erlebt.“

Der soziale Gedanke sei in und um Rinn stark verankert, die Nachbarschaftshilfe funktioniere, ergänzt Triendl. In Not geratenen Familien werde weiter geholfen werden – auch ohne „RollRinn“. Und was den Behindertensport betrifft, so sei dieser heute selbstverständlich anerkannt. „Wir haben Spuren hinterlassen, die bleiben.“


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