NR-Wahl: Schnell-Liste 2 - FLÖ fischte auch im Team-Stronach-Teich

Wien/Salzburg (APA) - Wie der Salzburger FPÖ-Rebell Karl Schnell am Montagnachmittag betonte, werde seine Freie Liste Österreich (FLÖ) bei d...

Wien/Salzburg (APA) - Wie der Salzburger FPÖ-Rebell Karl Schnell am Montagnachmittag betonte, werde seine Freie Liste Österreich (FLÖ) bei der Nationalratswahl am 15. Oktober in allen Landes- und Regionalwahlkreisen antreten. Neben Barbara Rosenkranz präsentierte er mit der Team Stronach-Abgeordneten Martina Schenk eine weitere Parlamentarierin auf seiner Liste. Sie wird Spitzenkandidaten in der Steiermark.

Gemeinsam mit den beiden Frauen („Andere reden von Frauenquote und Reißverschlusssystem, aber die hübschesten Damen, wie Sie sehen, sind bei mir“) habe er fünf statt der drei für ein Antreten notwendigen Parlamentarier-Unterschriften gesammelt. „Wir hätten auch noch mehr bekommen“, zeigte sich Schnell überzeugt. Die anderen Unterschriften stellen die beiden ebenfalls 2015 aus der FPÖ ausgeschlossenen Salzburger Abgeordneten Ruppert Doppler und Gerhard Schmid und Team-Stronach-Mandatar Christoph Hagen.

Im Bundesland Salzburg wird mit dem Mediziner Hubert Wallner ein politischer Quereinsteiger Spitzenkandidat. Was die Listenersten für die anderen Länder und die Bundesliste betrifft, hielt sich der 63-jährige Schnell heute bedeckt: „Wir haben ja Konkurrenten. Der Peter Pilz ist jeden Tag in den Medien, obwohl er nichts Neues bringt“, meinte er salopp. Er versprach den Wählern aber Kandidaten, die den politischen Mut hätten, gegen das System zu kämpfen. Ob er seine Liste selbst als Spitzenkandidat anführen werde, hielt sich das Salzburger Polit-Urgestein am Montag offen. „Ich sehe mich als Motor und Ideengeber, aber nicht als der, der unbedingt in Erscheinung treten muss.“

Laut einer am Montag in der Tageszeitung „Der Standard“ veröffentlichte Umfrage des Market-Instituts wünschen sich immerhin sechs Prozent der Befragten den Ex-Freiheitlichen Schnell im Parlament. Allerdings sagten 57 Prozent der Befragten, dass sie das Konzept der Schnell-Partei zu wenig kennen, um es beurteilen zu können. Nur drei von Hundert stimmen in der Umfrage den weithin unbekannten Ideen des Salzburgers zu.

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Zumindest am Montagnachmittag wurde da etwas mehr bekannt. Inhaltlich nutzte Schnell die Pressekonferenz für einen Rundumschlag gegen die EU und die politische Konkurrenz. Neben einem vollständigen Zuwanderungsstopp trete er - im Zivilberuf Allgemeinmediziner in Saalbach (Pingzau) - gegen die Zerschlagung des Gesundheitssystems, Bürokratie und die hohe Abgabenbelastung ein. „Die Leute haben von den etablierten Parteien und den Lügen der Politiker vor der Wahl genug.“ Die Menschen würden merken, dass es nur mehr um Machtverteilung gehe. Schnell war von 1992 bis 1997 Landesrat in Salzburg und sitzt seit 1997 als Abgeordneter im Landtag. Nach seinem Ausschluss aus der FPÖ gründet er die „Freie Partei Salzburg - Liste Dr. Karl Schnell.“

Der Politiker wird die FLÖ im Regionalwahlkreis Flachgau/Tennengau anführen, im Regionalwahlkreis Stadt Salzburg ist die Galeristin Judith Hammerer-Laimer erstgereiht, im Regionalwahlkreis Lungau/Pinzgau/Pongau der nun „wilde“ Nationalratsabgeordnete Doppler.


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