Kurz ködert einen Missionar

Der ÖVP-Chef präsentiert den dritten Kandidaten, der nicht der ÖVP entstammt – den Mathematiker Rudolf Taschner.

© APA

Von Karin Leitner

Wien –Sebastian Kurz hat sich intern ausbedungen, das Wahlpersonal selbst auszusuchen. Vor allem jenes auf der Bundesliste. Und so präsentiert er einen Nationalratsanwärter nach dem anderen, der nicht in der ÖVP sozialisiert worden ist.

Nur einer derer, die Kurz bis dato vorgestellt hat, ist politikerfahren – der einstige Ex-Grünen-Bundesrat Efgani Dönmez. Kira Grünberg, vormalige Stabhochspringerin, und der Mathematiker Rudolf Taschner steigen quer in das Metier ein. Gemäß dessen vorgesehener Rolle trat Kurz mit Taschner gestern in der Aula der Wissenschaften auf. Platz sieben auf der Liste hat Kurz ihm zugeteilt; womit Taschner fortan im Parlament sitzen wird. Als ÖVP-Sprecher für Bildung und Wissenschaft soll der 64-Jährige dort fungieren. Ex-Minister Karlheinz Töchterle, der als Abgeordneter für diese Belange zuständig war, tritt nicht mehr an.

Taschner, der an der TU in Wien werkt, gilt als Mathematik-Missionar, weil er seit Jahren versucht, dieses Fach auch Leuten zu vermitteln, die sich dafür nicht interessieren; „math.space“ hat er gegründet. Sein Credo: „Mathematik ist keine Wissenschaft für Nerds, sondern eine kulturelle Errungenschaft.“

Kinder sollten nicht nur Zeit in der Schule absitzen; mit zehn Jahren müssten sie lesen, rechnen und schreiben können, sagt Taschner. Wie hält er es mit der von der SPÖ favorisierten und der ÖVP ungeliebten Gesamtschule? Eine gute sei nicht ohne viel Geld zu machen, meint er. Und: Das differenzierte System habe sich „in gewisser Hinsicht außerordentlich bewährt“. Das motivierte die ÖVP-Pressestelle zu einem Nachtrag: Bei dieser Aussage handle es sich um „ein klares Bekenntnis zum Gymnasium“.

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