Bettlerin beraubte 88-Jährige in deren Haus: 18 Monate Haft

Dass man heutzutage auch in Seitentälern die Haustüren untertags nicht mehr offen lassen kann, musste im Juni eine 88-Jährige erfahren. Dies...

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Dass man heutzutage auch in Seitentälern die Haustüren untertags nicht mehr offen lassen kann, musste im Juni eine 88-Jährige erfahren. Diese hatte gerade ihr Mittagessen zu sich genommen, als plötzlich eine 39-jährige Rumänin mitsamt neunjähriger Tochter direkt in die Küche gestürmt war. Weinend soll die Fremde darauf um Geld gebettelt haben. Die völlig überrumpelte Rentnerin holte darauf einen 20-Euro-Schein und übergab ihn. Es war nicht genug. Im gestrigen Prozess wegen schweren Diebstahls und Raubes am Landesgericht schilderte Staatsanwalt Markus Grüner, dass darauf nachdrücklich weitere 100 Euro von der 88-Jährigen verlangt worden seien. Damit habe man sich jedoch nicht lange aufgehalten. Demnach habe die 39-Jährige die Hand der Wehrlosen ergriffen und nach deren Ring verlangt. Durch Zerren am Finger konnte man den Goldring im Wert von 250 Euro der Rentnerin schließlich abnötigen. So die Version der 88-Jährigen, deren Enkelin sofort nach dem Vorfall die Polizei verständigt hatte, was zur Verhaftung der 39-Jährigen noch am Nachmittag führte. Diese beschwor vor Richterin Verena Offer, dass sie doch nur an der Türe geläutet und um etwas Geld gebettelt hätte. Den Ring habe zudem ihre neunjährige Tochter an sich genommen und weinend gegen eine Herausgabe verteidigt. Die Schöffen glaubten aber der schlüssigen Schilderung der 88-Jährigen. Ankläger Grüner: „Das ist jedenfalls kein aggressives Betteln mehr!“ Auch Richterin Offer sah wegen zugefügter (nicht erheblicher) Gewalt einen Raub. „Dass Sie alles Ihrer kleinen Tochter in die Schuhe schieben, ist ja ganz widerlich!“ 18 Monate Haft ergingen nicht rechtskräftig.

Zwölf Spiegel hatte ein Serbe von in Innsbruck geparkten Autos getreten. Der wegen schwerer Sachbeschädigung und anderen Delikten Angeklagte wählte jedoch eine eigenartige Verteidigungslinie und wollte nur in einer der beiden betroffenen Straßen gewütet haben. Zu viel des Zufalls für Richter Thomas Dampf. Sechs Monate bedingte Haft und 2160 Euro Geldstrafe ergingen nicht rechtskräftig. Der Schaden an den Autos beträgt weitere 6935 Euro. (fell)


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