Jugendliche schlagen Wildwuchs ein Schnippchen

Schwenden, schneiden, schwitzen – neun Jugendliche helfen beim Erhalt der Almwiesen auf der Rechensaualm in St. Ulrich mit.

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St. Ulrich a. P. –Würde man der Natur ihren Lauf lassen, wäre die Rechensaualm in St. Ulrich bald mit Sträuchern, Büschen und Bäumen zugewachsen. Mit ihrer „Umweltbaustelle“ will die Alpenvereinsjugend den Lebensraum Almwiesen erhalten.

Das Projekt, das gestern bei einem Pressegespräch vorgestellt wurde, startete am 6. August und läuft noch bis Samstag. Insgesamt nutzen neun Jugendliche aus ganz Österreich ihre Ferien, um der Familie Diechtler von der Rechensaualm auf 1300 Metern Höhe beim Bearbeiten der Flächen unter die Arme zu greifen. „Ich bin sehr dankbar“, freut sich Martina Diechtler.

Die Rechensaualm hat eine Gesamtfläche von 40 Hektar, 17 davon sind Weideflächen. Die Aufgabe der Jugendlichen ist es, verschiedene Pflanzen zu beseitigen. „Zum Beispiel Disteln, Himbeer- und Brombeersträucher oder Brennnesseln schneiden wir ab oder reißen sie aus, kleine Fichten sägen wir auch ab“, erklärt Projektleiterin Lisa Payreder. Eine schweißtreibende Arbeit sei das Schwenden, also das Entfernen von Kleinsträuchern.

Almwiesen hätten einen hohen ökologischen Stellenwert. Viele seltene Alpenblumen können auf diesen Almwiesen wachsen. Um diese Landschaft zu erhalten, müsse man sie regelmäßig pflegen.

Einer, der sich freiwillig für das Projekt gemeldet hat, ist Karl Scheifinger aus Graz. „Ich bin gerne in der Natur unterwegs. Mit diesem Projekt kann ich der Natur etwas zurückgeben. Mit jedem Strauch, der gezupft wird, habe ich das Gefühl, etwas Gutes zu tun“, sagt der 20-jährige Student. Aber es gibt noch einen anderen Grund, der für die Umweltbaustelle spreche. So tue es gut, die Zeit nicht ständig mit Smartphone & Co. zu verbringen.

Die Jugendlichen verbringen nicht nur die Tage, sondern auch die Nächte auf der Alm. „Dort gibt es ein Schlaflager. Wir stehen um acht Uhr Früh auf, frühstücken und machen uns dann gleich auf zur Arbeit“, erzählt Payreder.

Die ausgerissenen Pflanzen werden zu Haufen zusammengetragen, die schließlich verrotten. (miho)


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