Fußball: „Pep“ und „Mou“ und die große Jagd auf Chelsea

London (APA/Reuters/AFP) - Mit dem Duell zwischen Arsenal und Leicester City von Christian Fuchs startet die englische Fußball-Premier-Leagu...

London (APA/Reuters/AFP) - Mit dem Duell zwischen Arsenal und Leicester City von Christian Fuchs startet die englische Fußball-Premier-League am Freitag in ihre neue Saison. Der Fokus liegt aber auf den beiden Manchester-Clubs City und United, die im Sommer ordentlich investierten. Die große Frage: Können die Startrainer Josep Guardiola und Jose Mourinho nach ihren ersten Saisonen „liefern“ und Chelsea vom Thron stoßen?

Besonders groß sind die Erwartungen an City, das sich seine Transfers gute 230 Millionen kosten hat lassen. Geld, das vor allem in die in der Vorsaison zu anfällige Defensive investiert wurde. Die beiden teuersten Verteidiger der Welt, Benjamin Mendy (57 Millionen Euro/Monaco) und Kyle Walker (51/Tottenham), kamen ebenso wie Goalie Ederson (50), dazu Außenverteidiger Danilo von Real Madrid (30). In der Offensive soll Ex-Monegasse Bernardo Silva (50) der ohnehin starken Abteilung um Sergio Aguero, Leroy Sane, Kevin De Bruyne und Rahem Steerling zusätzliche Energie geben. Die „Citizens“ verfügen damit über einen großen Kader, der Trainer „Pep“ Guardiola auch in der Champions League Optionen gibt.

Auch Lokalrivale Manchester United hat sein Sparschwein geknackt, Platz sechs aus der Vorsaison war eindeutig zu wenig - trotz des Gewinns des Ligacups und der Europa League, der den CL-Startplatz sicherte. Mit dem 85-Millionen-Engagement von Everton-Stürmer Romelu Lukaku schoss ManUnited auf der Insel den Transfervogel des Sommers ab, die zuletzt enttäuschende Torquote sollte damit behoben sein. Dank der Verpflichtungen von Mittelfeldspieler Nemanja Matic (Chelsea) und Innenverteidiger Victor Lindelöf (Benfica) haben die „Red Devils“ sämtliche Linien verstärkt. „Die zweite Saison sollte normalerweise besser als die erste sein“, meinte Mourinho, der mit seinen Teams im zweiten Jahr traditionell den Titel holt.

Chelsea-Coach Antonio Conte muss sich jedenfalls auf eine schwierige Titelverteidigung einstellen - etwas, das zuletzt ManUnited 2008/09 gelang. Eines jedenfalls möchte Conte nicht erleben: „Wir wissen um die Herausforderung, und wir wollen die Mourinho-Saison vermeiden“, sagte der Italiener und spielte mit einem Seitenhieb auf die Saison 2015/16 an, als für Chelsea unter „Mou“ auf den Titel ein zehnter Platz folgte.

Contes Team ist bisher leicht umgebaut worden. Innenverteidiger Antonio Rüdiger (AS Roma), Mittelfeldspieler Tiemoue Bakayoko (AS Monaco) und Stürmer Alvaro Morata (Real Madrid) sind neu hinzugekommen, u.a. verließen Matic und Juan Cuadrado (Juventus) die Stamford Bridge. Stürmerstar Diego Costa, der sich mit Conte überworfen hat, könnte bald folgen.

Arsenal, als Sechster noch in die Europa League gerutscht, startete mit dem Erfolg über Chelsea im Community Shield, geht mit einem fast unveränderten Kader in die kommende Saison. Einzig Stürmer Alexandre Lacazette (Lyon, 53 Millionen Euro) und der ablösefreie Deutsch-Bosnier Sead Kolasinac von Schalke sind neu im Team von Langzeitcoach Arsene Wenger. Noch gar nichts für Neuzugänge ausgegeben hat bisher Vizemeister Tottenham von ÖFB-Teamkicker Kevin Wimmer. „Wir können mit Manchester United oder City am Transfermarkt nicht mithalten“, meinte Trainer Mauricio Pochettino. Besser erging es diesbezüglich Liverpool-Trainer Jürgen Klopp, der seine Kicker einerseits halten konnte, andererseits u.a. Stürmer Mohamed Salah (AS Roma) neu dazubekam.

Aus österreichischer Sicht richtet sich der Blick aber vor allem auf West Ham United, den Neo-Club von Marko Arnautovic. Der teuerste ÖFB-Kicker aller Zeiten soll mithelfen, die Londoner nach einer turbulenten Saison mit Endrang elf zumindest in die Nähe eines europäischen Startplatzes zu bringen. Und der 25-Millionen-Mann aus Wien war nicht die einzige Neuverpflichtung der „Hammers“. Trainer Slaven Bilic bekam mit Goalie Joe Hart, Defensivmann Pablo Zabaleta (beide ManCity) und Stürmer Chicharito (Leverkusen) andere namhafte Kicker dazu.

Neben Arnautovic sind fünf weitere Österreicher in Englands Oberhaus engagiert. Innenverteidiger Sebastian Prödl hofft bei Watford auf Einsätze unter Neo-Coach Marco Silva. Der Portugiese soll die „Hornets“ nach Platz 17 im Vorjahr verbessern. Landsmann Daniel Bachmann leistet Prödl dabei als Ersatztormann Gesellschaft. Auf den Kampf um den Klassenerhalt muss sich jedenfalls Markus Suttner einstellen. Der Linksverteidiger wechselte von Ingolstadt zu Brighton and Hove Albion, die „Seemöwen“ sind erstmals seit 34 Jahren wieder erstklassig.


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